vdek-Forum 2026

Prävention stärken, Versorgung sichern - Gesundheitskompetenz als Schlüssel für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem

Gesundheitskompetenz als gemeinsame Gestaltungsaufgabe

Unser Gesundheitssystem steht unter erheblichem Druck. Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung und sozialen Pflegeversicherung bleibt angespannt. Gleichzeitig verschärft sich die Versorgungssituation: Einer stetig wachsenden Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen stehen immer weniger Fachkräfte gegenüber.

Gerade vor diesem Hintergrund kommt der Stärkung der Gesundheitskompetenz eine strategische Schlüsselrolle zu. Sie befähigt Menschen, Gesundheitsinformationen zu verstehen, zu bewerten und in ihrem Alltag umzusetzen. Gesundheitskompetenz leistet damit einen entscheidenden Beitrag, Prävention wirksam zu gestalten, Gesundheitschancen zu verbessern und das Versorgungssystem in Zeiten finanzieller und personeller Engpässe langfristig zu entlasten.

Doch wie kann Gesundheitskompetenz gezielt gestärkt werden, um Prävention wirksamer zu gestalten und die Versorgung langfristig zu sichern? Diese zentrale Zukunftsfrage stand im Mittelpunkt des diesjährigen vdek-Forums, zu dem die vdek-Landesvertretung Bayern rund 100 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Praxis begrüßte.

Die Diskussionen haben es deutlich gemacht: Gesundheitskompetenz ist ein entscheidender Hebel, um Prävention wirksamer zu gestalten und die Versorgung nachhaltig zu sichern. Voraussetzung hierfür sind verständliche Strukturen, niedrigschwellige Angebote sowie eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit. Zudem braucht es einen klaren Gestaltungswillen aller Akteure im Gesundheitswesen – von der Politik über die Krankenkassen bis hin zu den Leistungserbringern.

Impulse aus Politik, Wissenschaft und Praxis

Die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP), Judith Gerlach, eröffnete das vdek-Forum 2026 mit einem Grußwort. Angesichts wachsender Herausforderungen im Gesundheitssystem betonte Staatsministerin Gerlach die zentrale Bedeutung von Prävention und verwies auf den Bayerischen Masterplan Prävention als strategischen Rahmen, der gemeinsam mit zahlreichen Partnern umgesetzt werde. Den Krankenkassen komme dabei eine Schlüsselrolle als Gestalter und Multiplikatoren zu, weshalb sie dafür warb, den Masterplan Prävention gemeinsam mit Leben zu füllen.  

Fachliche Impulse aus Wissenschaft und Praxis lieferten Dr. Alexandra Fretian von der Technischen Universität München und Björn-Ingemar Janssen vom Verband der Ersatzkassen. In der Dialogrunde zur Zukunft der Gesundheitskompetenz diskutierten sie anschließend gemeinsam mit Dr. Max Loy (StMGP) und Benjamin Laub (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns), wie Gesundheitskompetenz in Bayern nachhaltig gestärkt werden kann und welche politischen, wissenschaftlichen und praktischen Schritte hierfür erforderlich sind.

Best Practice-Beispiele der Ersatzkassen

Die Ersatzkassen in Bayern setzen sich seit vielen Jahren mit vielfältigen Initiativen und Angeboten für Prävention und Gesundheitsförderung ein. Die Best Practice-Beispiele „Klimaspürnasen“ (Techniker Krankenkasse), „DURCHBLICKT!“ (BARMER) und „fit4future“ (DAK-Gesundheit) zeigten anschaulich, wie wirksame Ansätze zur Stärkung der Gesundheitskompetenz unterschiedlicher Zielgruppen in der Praxis umgesetzt werden - und unterstrichen zugleich das starke Engagement der Ersatzkassen in Bayern.

Thomas Hackenberg

Gesundheitskompetenz ist kein Randthema, sondern eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe, die konsequent weiterverfolgt werden muss, um Prävention zu stärken und die Versorgung auch künftig sicherzustellen.