Stationäre Versorgung

Die stationäre Versorgung in Berlin ist durch eine hohe Krankenhausdichte und ein breites Leistungsspektrum geprägt. Mit der geplanten Krankenhausreform auf Bundesebene und der gemeinsamen Krankenhausplanung von Berlin und Brandenburg ergeben sich nun aber zusätzliche Impulse für eine standortübergreifende, leistungsbezogene und qualitätsorientierte Weiterentwicklung der Krankenhausstrukturen.

Zukünftig wird es darauf ankommen, die Krankenhausversorgung stärker an Qualität, Bedarf und Erreichbarkeit auszurichten. Eine enge Abstimmung mit der ambulanten Versorgung sowie eine stärkere Differenzierung nach Leistungsprofilen können dazu beitragen, Doppelstrukturen zu vermeiden und Versorgungsengpässe gezielt zu schließen. Die kommenden Jahre bieten die Chance, stationäre Versorgung neu und zukunftsfähig aufzustellen.

Krankenhäuser nach Trägerschaft Basisdaten Berlin

Anzahl an Krankenhäusern nach Trägerschaften

2003, 2013 und 2023

Die Zahl der Berliner Krankenhäuser ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten gestiegen – von 69 im Jahr 2003 auf 88 im Jahr 2023. Besonders auffällig ist der Zuwachs bei den öffentlichen Trägern, die inzwischen mehr als die Hälfte aller Kliniken stellen. Der Anteil freigemeinnütziger und privater Häuser ist hingegen leicht rückläufig.

Diese Entwicklung verdeutlicht die wachsende Bedeutung öffentlicher Einrichtungen in der stationären Versorgung. Zugleich zeigt sich, dass alle Trägerschaften einen Beitrag zur flächendeckenden Versorgung leisten. Künftig wird es darauf ankommen, die Zusammenarbeit über Trägergrenzen hinweg zu stärken und auf eine qualitäts- und leistungsbezogene Krankenhausplanung auszurichten – unabhängig von der Trägerschaft

Krankenhäuser in Berlin nach Art der zulasseung Basisdaten Berlin

Krankenhäuser nach Art der Zulassung

2022

Von den insgesamt 88 Krankenhäusern in Berlin (Stand 2023) verfügen 52 über eine Planungskapazität im Krankenhausplan des Landes. Weitere 45 Häuser sind als sonstige Krankenhäuser nach § 30 GewO zugelassen.

Da einzelne Krankenhäuser über mehrere Zulassungsarten für unterschiedliche Fachbereiche oder Betten verfügen, kann es zu Doppelzählungen kommen. Die Summe der ausgewiesenen Einrichtungen übersteigt daher die tatsächliche Zahl der Krankenhäuser.

Für eine verlässliche Versorgungssteuerung ist es wichtig, alle Strukturen transparent zu erfassen – auch solche außerhalb der Landesplanung. Nur so lassen sich Angebotsdichte, Spezialisierung und Versorgungsqualität im Rahmen der Krankenhausreform wirksam weiterentwickeln.

Entwicklung des Landesbasisfallwerts Basisdaten Berlin

Entwicklung des Landesbasisfallwerts

2025

Der Landesbasisfallwert in Berlin ist zwischen 2012 und 2025 kontinuierlich gestiegen – von 2.955 Euro auf rund 4.399 Euro. Er bildet die rechnerische Vergütung je DRG-Fall im Rahmen der stationären Krankenhausversorgung und ist ein zentraler Bestandteil der Krankenhausfinanzierung.

Die Entwicklung zeigt die wachsenden finanziellen Anforderungen an die Kliniken, spiegelt aber auch den zunehmenden Kostendruck im System wider. Im Zuge der Krankenhausreform wird der Landesbasisfallwert voraussichtlich künftig an Bedeutung verlieren, da Vorhaltepauschalen und Leistungsgruppen stärker in den Vordergrund rücken. Umso wichtiger ist eine verlässliche Umsetzungsstrategie auf Landesebene, die Transparenz schafft und finanzielle Planungssicherheit gewährleistet.

Landesbasisfallwerte im Ländervergleich Basisdaten Berlin

Landesbasisfallwerte im Ländervergleich

2025

Im Bundesvergleich hat Berlin mit 4.468,52 Euro den dritthöchsten Landesbasisfallwert aller Bundesländer. Nur Rheinland-Pfalz und das Saarland liegen darüber.

Dieser hohe Wert spiegelt die spezifischen Kosten- und Versorgungsstrukturen im Land wider, etwa durch eine dichte Krankenhauslandschaft, hohe Tarifabschlüsse oder einen besonderen Leistungs- und Fallmix. Die Vergütungsunterschiede zwischen den Ländern führen jedoch zu einer zunehmenden Diskussion um Vergleichbarkeit, Steuerung und Gerechtigkeit im Finanzierungssystem.

Die Ersatzkassen setzen sich daher aktiv für eine bundeseinheitlich geregelte, qualitätsorientierte und transparente Krankenhausfinanzierung ein. Dabei braucht es eine stärkere Ausrichtung an der tatsächlichen Versorgungsleistung, klare Steuerungskriterien und eine konsequente Nutzung der geplanten Vorhaltefinanzierung im Rahmen der Krankenhausreform.

Mit 535,2 Krankenhausbetten je 100.000 Einwohner:innen liegt Berlin im unteren Drittel des bundesweiten Vergleichs. Nur Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Baden-Württemberg weisen geringere Bettendichten auf.

Diese vergleichsweise niedrige Kapazität deutet auf eine bereits stattgefundene Konzentration und Effizienzsteigerung im Berliner Krankenhauswesen hin. Umso wichtiger ist es, vorhandene Kapazitäten gezielt nach Versorgungsbedarf und Qualität auszurichten. Eine zukunftsgerichtete Krankenhausplanung sollte dafür stärker auf Leistungen statt auf Betten fokussiert sein – etwa durch Leistungsgruppen, Mindestmengenregelungen und Qualitätsvorgaben im Rahmen der Krankenhausreform.

Stationäre Krankenhauskosten je Fall Basisdaten Berlin

Stationäre Krankenhauskosten je Behandlungsfall

2023

Berlin weist mit durchschnittlich 7.811 Euro je Fall im Jahr 2023 die zweithöchsten stationären Behandlungskosten aller Bundesländer auf. Die Ausgaben liegen damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt und spiegeln sowohl die Fallstruktur als auch regionale Besonderheiten wider.

Der hohe Wert verdeutlicht, dass die Kostensteuerung im stationären Bereich weiterentwickelt werden muss. Dabei kommt es nicht allein auf Einsparpotenziale an, sondern auf die gezielte Nutzung von Ressourcen in Abhängigkeit von Behandlungsbedarf und Ergebnisqualität.

Stationäre Vergütungen müssen dafür stärker leistungsgerecht und qualitätsbasiert ausgestaltet werden. Eine transparente Kostenstruktur und die Bündelung komplexer Leistungen an qualifizierten Standorten sind dafür zentrale Voraussetzungen.

Entlassene vollstationäre Behandlungsfälle Basisdaten Berlin

Entlassene vollstationäre Behandlungsfälle

2018 - 2023

Nach einem pandemiebedingten Rückgang ist die Zahl der vollstationären Behandlungsfälle in Berlin 2023 erneut leicht gestiegen – auf rund 767.000. Damit liegt sie weiterhin unter dem Niveau von 2018/2019. Frauen machen nach wie vor den größeren Anteil der Patient:innen aus.

Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei sogenannten Stundenfällen, die sich seit 2018 mehr als halbiert haben. Auch bei den Kurzliegern ist ein längerfristiger Abwärtstrend erkennbar. Die durchschnittliche Verweildauer liegt seit Jahren konstant bei rund 7,3 Tagen.

Diese Entwicklungen machen deutlich: Die stationäre Versorgung befindet sich im Wandel. Kürzere Liegezeiten, eine stärkere Ambulantisierung und eine älter werdende Patient:innenstruktur stellen die Versorgung vor neue Herausforderungen. Qualität, Steuerung und Finanzierung der Krankenhausversorgung müssen damit im Einklang weiterentwickelt werden – gerade mit Blick auf die geplante Krankenhausreform und die gemeinsame Krankenhausplanung in Berlin und Brandenburg.

Cover Basisdaten Berlin 2025

Broschüre als Download Das Gesundheitswesen in Berlin

Ausgewählte Basisdaten zur gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung 2025/2026