Prävention
Prävention ist ein zentraler Pfeiler der Gesundheitsförderung in Berlin. Sie verbessert die Lebensqualität, beugt Krankheiten vor und entlastet langfristig das Gesundheitssystem. Gerade in einer wachsenden und einer perspektivisch älter werdenden Stadt sind wirkungsvolle und niedrigschwellige Präventionsangebote unverzichtbar – im Quartier, in Kitas, Schulen, Betrieben und Pflegeeinrichtungen.
Ein aktuelles Beispiel für die gesundheitliche Relevanz präventiver Maßnahmen ist die Zunahme von Hitzetagen infolge des Klimawandels. Hitzebelastung stellt insbesondere für ältere Menschen ein ernstzunehmendes Risiko dar. In Berlin zeigen die Sterblichkeitsdaten: Besonders bei zusammenhängenden Hitzewellen steigt die Zahl hitzebedingter Todesfälle deutlich – vor allem bei über 80-Jährigen.
Prävention muss gezielt ausgebaut und stärker finanziert werden – insbesondere mit Blick auf vulnerable Gruppen. Berlin braucht belastbare Hitzeschutzpläne, quartiersnahe Präventionsstrukturen und eine enge Verzahnung von Gesundheits- und Klimaschutzpolitik. Nur so lässt sich Gesundheit nachhaltig sichern und verstetigen.
Die Zahl der Hitzetage in Berlin – definiert als Tage mit einer mittleren Tagestemperatur über 23 °C – hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Parallel dazu steigen die gesundheitlichen Folgen: Besonders in Jahren mit intensiven und aufeinanderfolgenden Hitzewellen kam es zu einer auffälligen Zunahme hitzebedingter Sterbefälle.
Besonders betroffen sind ältere Menschen ab 80 Jahren. In Jahren wie 2006, 2010, 2018 oder 2022 lagen die Hitzetoten bei teils über 400 Fällen – ein deutlicher Beleg für die gesundheitlichen Risiken durch den Klimawandel.
Eine konsequente Umsetzung kommunaler Hitzeschutzpläne, die gezielte Ansprache vulnerabler Gruppen sowie die Integration von Klimaanpassung in alle gesundheitspolitischen Planungsprozesse sind dabei Instrumente, um für mehr Hitzeschutz zu sorgen. Prävention muss dabei als Querschnittsaufgabe verstanden und dauerhaft finanziell abgesichert werden. Um diese Prozesse aktiv mitzugestalten, engagieren sich die Ersatzkassen aktiv im Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin.
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Prävention und Gesundheitsförderung sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen – von 3,81 Euro pro Versicherten im Jahr 2013 auf 8,49 Euro im Jahr 2023. Der stärkste Anstieg zeigt sich in den Bereichen Gesundheitsförderung in Lebenswelten sowie betrieblicher Gesundheitsförderung.
Dieser Trend unterstreicht die wachsende Bedeutung präventiver Ansätze im Gesundheitswesen – sowohl im Alltag von Kitas, Schulen oder Pflegeeinrichtungen als auch am Arbeitsplatz. Insbesondere vulnerable Gruppen profitieren von diesen zielgerichteten Angeboten.
Mittel müssen gezielt dort eingesetzt werden, wo Prävention nachweislich Wirkung entfaltet. Notwendig sind hierfür verlässliche Rahmenbedingungen, damit Prävention strukturell verankert, kommunal koordiniert und flächendeckend zugänglich bleibt. Ein präventionsorientiertes Gesundheitssystem ist langfristig der wirksamste Hebel für mehr Gesundheit und weniger Krankheitskosten. Die Ersatzkassen stehen dabei als verlässlicher Partner für Projekte und Maßnahmen zur Verfügung.
Broschüre als Download – Das Gesundheitswesen in Berlin
Ausgewählte Basisdaten zur gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung 2025/2026