Bedarfsplanung

Der immer wieder befürchtete Rückgang der Zahl der niedergelassenen Ärzte ist bisher nicht eingetreten. Stattdessen gab es einen kontinuierlichen Anstieg. Wie der Blick auf die Entwicklung seit 2000 zeigt, resultiert dieser Zuwachs weitestgehend aus zusätzlichen Fachärzten. Die Zahl der Hausärzte, zu denen Allgemeinmediziner und hausärztlich tätige Internisten zählen, ist nach Jahren der Stagnation ab 2015 wieder leicht gestiegen.

Das nachfolgende Schaubild weist die Zahl der Ärzte seit 2013 nicht mehr nach Personen, sondern nach Vollzeitstellen aus. Damit wird eine entsprechende Umstellung der Vertragsarztstatistiken der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nachvollzogen. Das numerische Absinken von 2012 auf 2013 ist diesem statistischem Effekt geschuldet und bedeutet keine Verschlechterung des Versorgungsangebots.

Niedergelassene Ärzte 1980-2020

Niedergelassene Ärzte

Entwicklung der Zahl der Hausärzte und Fachärzte in Niedersachsen

1980 - 2020

Zahlenmäßig größte Facharztgruppe sind die Internisten, von denen ein erheblicher Teil hausärztlich tätig ist. Der Zuwachs bei den einzelnen Fachrichtungen ist erheblich: so gibt es heute mehr als vier Mal so viele Chirurgen und Orthopäden, Nervenärzte und Radiologen wie 1980. Die Anzahl der Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte und Urologen hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt. Diese Zahlen stehen im Gegensatz zu der öffentlich diskutierten Situation eines allgemeinen Ärztemangels.

Entwicklung der Fachärztezahl

Entwicklung Fachärztezahl

Veränderung ausgewählter Facharztgruppen in Niedersachsen

1980 - 2020

Die gesetzlich vorgegebene Bedarfsplanung soll für eine regionale Ausgewogenheit der Ärztedichte sorgen: Stehen in einer Region mehr Ärzte einer Fachgruppe zur Verfügung als notwendig, wird dieser Planungsbereich für Praxisneugründungen gesperrt. Die Grenze ist erreicht, wenn der Versorgungsgrad zehn Prozent über einem bundeseinheitlichen Normwert liegt, was als Überversorgung angesehen wird.

Fast 88 Prozent der fachärztlichen Planungsbereiche haben diese Schwelle überschritten und sind wegen Überversorgung gesperrt. Ohne Berücksichtigung der Kinderärzte und Nervenärzte, die von der Überarbeitung der Bedarfsplanungs-Richtlinie Mitte 2019 besonders profitierten (Schaffung zusätzlicher Niederlassungsmöglichkeiten), sind es sogar fast 94 Prozent. Von den hausärztlichen Planungsbereichen sind demgegenüber nur knapp über ein Fünftel gesperrt.

Für die hausärztliche Versorgung gibt es landesweit 104 Planungsbereiche, für die allgemeine fachärztliche Versorgung 44 43 und 13 für die spezialisierte fachärztliche Versorgung (Anästhesisten, Fachinternisten und Radiologen).

versorgungssituation Ärzte

Versorgungssituation Ärzte

Für Neuniederlassungen gesperrte Planungsbereiche in Niedersachsen

2020