Bedarfsplanung

Die Zahl der niedergelassenen Ärzte ist kontinuierlich und deutlich gestiegen. Wie der Blick auf die vergangenen 15 Jahre zeigt, resultiert dieser Zuwachs fast ausschließlich aus zusätzlichen Fachärzten. Demgegenüber stagniert die Zahl der Hausärzte, zu denen Allgemeinmediziner, hausärztlich tätige Internisten sowie Fachärzte für Innere Medizin und Allgemeinmedizin zählen. Das verdeutlicht die Notwendigkeit, die hausärztliche Versorgung gegenüber der fachärztlichen Tätigkeit zu stärken. Ansätze dafür liegen vor allem in der Aus- und Weiterbildung der Ärzte.

Das Schaubild weist die Zahl der Ärzte ab 2013 nicht mehr nach Personen, sondern nach Vollzeitstellen aus. Damit wird eine entsprechende Umstellung der Vertragsarztstatistiken der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nachvollzogen. Das numerische Absinken von 2012 auf 2013 ist diesem statistischem Effekt geschuldet und bedeutet keine Verschlechterung des Versorgungsangebots.

Anzahl niedergelassene Ärzte in Niedersachsen

Niedergelassene Ärzte

Entwicklung der Zahl der Hausärzte und Fachärzte in Niedersachsen

1980 - 2015

Zahlenmäßig größte Facharztgruppe sind die Internisten, deren Zahl seit 1980 um 1.657 gestiegen ist. Ein erheblicher Teil der Internisten ist hausärztlich tätig. Die zweitgrößte Gruppe sind die Frauenärzte (plus 652 Ärzte). Der Zuwachs bei den einzelnen Fachrichtungen ist erheblich: so gibt es heute mehr als vier Mal so viele Chirurgen und Nervenärzte wie 1980. Die Anzahl der Orthopäden und Radiologen hat sich in diesem Zeitraum verdreifacht, die Zahl an HNO-Ärzten, Hautärzten, Kinderärzten und Urologen mehr als verdoppelt.

Entwicklung Facharztgruppen in Niedersachsen

Entwicklung Fachärztezahl

Veränderung ausgewählter Facharztgruppen in Niedersachsen

1980 - 2015


Die gesetzlich vorgegebene Bedarfsplanung soll für eine regionale Ausgewogenheit der Ärztedichte sorgen: Stehen in einer Region mehr Ärzte einer Fachgruppe zur Verfügung als notwendig, wird dieser Planungsbereich für Praxisneugründungen gesperrt. Die Grenze ist erreicht, wenn der Versorgungsgrad zehn Prozent über einem bundeseinheitlichen Normwert liegt und damit Überversorgung besteht. Dies gilt bei der fachärztlichen Versorgung für die allermeisten Planungsbereiche in Niedersachsen. Von den hausärztlichen Planungsbereichen ist lediglich rund ein Drittel gesperrt.

Für die hausärztliche Versorgung gibt es landesweit 102 Planungsbereiche, 44 für die allgemeine fachärztliche Versorgung und 13 für die spezialisierte fachärztliche Versorgung (Anästhesisten, Fachinternisten und Radiologen).

Versorgungssituation Ärzte in Niedersachsen

Versorgungssituation Ärzte

Für Neuniederlassungen gesperrte Planungsbereiche in Niedersachsen

2016