Gruppenprophylaxe

Unumstritten ist:

  • dass Häufigkeit und Schweregrad von Munderkrankungen im Wesentlichen durch den individuellen Lebensstil geprägt werden;
  • dass für ihre Reduzierung ein verändertes Gesundheitsverhalten erforderlich ist;
  • dass die Mundgesundheit ein wesentlicher Bestandteil der allgemeinen Gesundheit ist;
  • dass zahlreiche Risikofaktoren das Entstehen von Mund- und allgemeinen chronischen Erkrankungen begünstigen.

Deshalb ist die Förderung der Mundgesundheit in die allgemeine Gesundheitsförderung einzubinden.
Die Gruppenprophylaxe für Kinder und Jugendliche zum Erhalt und Wiederherstellung der Mundgesundheit ist in allen Bundesländern fest etabliert.
Auf der gesetzlich vorgegebenen Grundlage zur Durchführung der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe hat sich in Thüringen 1992 die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege e.V. (LAGJTh) gegründet. Sie hat ihre Aufgabe in der systematischen und kontinuierlichen Umsetzung einer flächendeckenden zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe in Kindertagesstätten und Schulen.

Im Thüringer Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder als Landesausführungsgesetz zum Kinder- und Jugendhilfegesetz (1991) und in der Thüringer Verordnung über die Schulgesundheitspflege (2002) wurden die Zuständigkeiten für die gruppenprophylaktische Betreuung festgelegt. Demzufolge obliegt der LAGJTh die Betreuung von Vorschulkindern.

In Thüringen wird die gruppenprophylaktische Betreuung in den Kindertagesstätten von 650 Patenschaftszahnärzten aus dem niedergelassenen Bereich und von 15 angestellten fortgebildeten Zahnarzthelferinnen für Gruppenprophylaxe der LAGJTh durchgeführt. Dabei handelt es sich um Zahnarzthelferinnen, deren Fortbildungsprofil auf Programmen der Landeszahnärztekammer Thüringen und der LAGJTh e.V. beruht.

Da die Prophylaxeprogramme in den einzelnen Landesarbeitsgemeinschaften sehr unterschiedlich und abhängig von den strukturellen und personellen Gegebenheiten sind, ist eine Evaluierung dieser spezifischen Programme in angemessenen Zeitabständen notwendig, um eine Aussage über ihre Eignung hinsichtlich der anvisierten Ziele ableiten und falls erforderlich, Korrekturen durchführen zu können.

Evaluationsprogramme über ihre Effektivität und Effizienz sind selten und zudem uneinheitlich im Studiendesign, wenig entwickelt und unzureichend dokumentiert.

Die DAJ veröffentlicht regelmäßig eine Dokumentation über die gruppenprophylaktische Leistung in den einzelnen Schuljahren und Bundesländern. Dies ist allerdings nur ein statistischer Überblick über das Leistungsspektrum insgesamt und präsentiert mehr oder weniger das globale Ergebnis. Unberücksichtigt bleiben dabei der Struktur- und Prozessbereich.

Die LAGJTh hat in ihrer Richtlinie von 2003 "Zur Umsetzung der Basis- und Intensivprophylaxe in Thüringen nach dem erweiterten § 21 SGB V und dem Weiterentwicklungskonzept Gruppenprophylaxe der Spitzenverbände der Krankenkassen" die Evaluierung der Gruppenprophylaxe von Kindern und Jugendlichen festgeschrieben.
Thüringen nimmt regelmäßig teil an den Epidemiologischen Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe durch die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ).