Selbsthilfeförderung in Baden-Württemberg

Lebensphasen und Lebenslagen sind ständigen Veränderungen unterworfen. Insbesondere Erkrankungen sowie schwerwiegende soziale Herausforderungen stellen den Einzelnen meist unvorbereitet vor neue Aufgaben. Eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu suchen und dort den Austausch mit anderen Betroffenen zu finden, kann eine wichtige Hilfestellung zur Bewältigung persönlicher Probleme sein.

Vor diesem Hintergrund hat sich vor vielen Jahren der Bereich der Selbsthilfe fest im sozialen Leben etabliert. Die Selbsthilfe ist somit Ausdruck gelebter Eigenverantwortung, aber auch der Inbegriff eines solidarischen Miteinanders. Dieses solidarische Miteinander findet seinen Ausdruck unter anderem in der rechtlichen Verankerung dieses Bereichs im Sozialgesetzbuch, verbunden mit der Verpflichtung, die Selbsthilfe in ihren verschiedenen Formen auch finanziell zu unterstützen.

Nach Einführung der kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung gem. § 20c SGB V in 2008 (seit 2016 aktuell § 20h SGB V) können die Krankenkassen und ihre Verbände nunmehr auch in Baden-Württemberg auf ein langjähriges Fördergeschehen zurückblicken. Bemühte man sich in den Anfängen noch um strukturelle und organisatorische Fragestellungen, so stehen heute die Förderbedürfnisse sowie neue Förderinhalte von Landesorganisationen der Selbsthilfe, Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen im Vordergrund.

Die vielfältigen Bemühungen aller am Verfahren Beteiligten haben zu einer kontinuierlichen Verbesserung von Informations- und Förderstrukturen geführt. Das Fördersystem hat sich etabliert. Diese Etablierung ist aber nicht gleichbedeutend mit einem Betonieren von Strukturen, sondern dient als Grundlage für die Anpassung an rechtliche, aber auch aus praktischen Erwägungen heraus nötige Veränderungen.

Um eine größtmögliche Informationsdichte, gepaart mit Aktualität und einer schnellen Zugriffsmöglichkeit zu gewährleisten, haben sich die gesetzlichen Krankenkassen und Verbände in Baden-Württemberg dazu entschlossen, alle Selbsthilfe relevanten Informationen auf einer kassenübergreifenden Internetplattform zu präsentieren. Somit entfällt für den interessierten Nutzer die oftmals langwierige Suche bei den diversen Internetseiten der einzelnen Krankenkassen. Diese neue, GKV-übergreifende Seite wird fortwährend professionell aktualisiert und enthält Informationen von A wie Antrag bis Z wie Zuständigkeiten. Sollten Sie also Fragen zur Selbsthilfeförderung in Baden-Württemberg haben, so nutzen Sie bitte diesen Link

www.gkv-selbsthilfefoerderung-bw.de

Selbstverständlich steht Ihnen darüber hinaus die vdek-Landesvertretung Baden-Württemberg weiterhin hilfreich zur Seite. Sollten Sie Fragen haben, so können Sie sich gerne an die für den Selbsthilfebereich zuständige Mitarbeiterin Frau Martina Schickerling wenden. Sie erreichen Frau Schickerling telefonisch unter 0711/23954-42 oder per E-Mail unter martina.schickerling@vdek.com.

Kurz notiert

  • Im Jahr 2016 wurden die Fördermittelzuweisungen erheblich erhöht, von 0,64 EUR pro Versicherten auf 1,05 EUR. Im Land Baden-Württemberg standen für die kassenartenübergreifende Selbsthilfeförderung schlussendlich rund 4,1 Millionen EUR zu Verfügung, davon knapp 1,4 Millionen EUR von den Ersatzkassen.

  • In 2017 werden 1,08 EUR pro Versicherten in die bundes- wie landesweite Selbsthilfeförderung fließen.

  • In 2017 feiert die vdek-Landesvertretung Baden-Württemberg ihr 25-jähriges Bestehen. Ein Highlight dieses Jubiläums wird die Präsentation der vdek-Fotoausstellung „WAS KANN SELBSTHILFE?“ sein. Junge Fotografen waren aufgerufen, sich im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs bildhafte Gedanken zum Thema Selbsthilfe zu machen. Der erste Preis ging an den aus Wangen im Allgäu stammenden Fotografiestudenten Benedikt Ziegler. Seine Serie „Kinderrheuma ist, was du daraus machst“ sowie die Arbeiten der weiteren Preisträger werden in der Zeit vom 24. April 2017 bis 5. Mai 2017 ausgestellt. Die Ausstellung ist frei zugänglich.