Welt-Sepsis-Tag am 13.09.2022

Aufklärungskampagne zu Blutvergiftung: Der oft übersehene Notfall

Jährlich sterben etwa 75.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis (auch „Blutvergiftung“); wer sie überlebt, kann schwere Folgeschäden erleiden. Etwa 20.000 Todesfälle pro Jahr und viele Spätfolgen wären vermeidbar, wenn die Sepsis rechtzeitig erkannt und angemessen behandelt wird. Am 13. September findet alljährlich der Welt-Sepsis-Tag statt, um auf Missstände bei der Sepsis-Prävention, -Diagnostik, -Therapie und -Rehabilitation aufmerksam zu machen.

„Die Sepsis ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der in jeder Lebenssituation und jedem Lebensalter auftreten kann, aber oft zu spät erkannt wird. Um dies im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, wurde die Kampagne Deutschland erkennt Sepsis‘ ins Leben gerufen“, erläutert Claudia Ackermann, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hessen. Die Kampagne klärt über die Gefahren der Sepsis auf und will die typischen Warnzeichen in der Bevölkerung und beim medizinischen Personal bekannter machen. Sie ist eine Initiative des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e. V. (APS) und seiner Partner: der Sepsis Stiftung, der Deutschen Sepsis-Hilfe, des Sepsisdialogs und des Verbands der Ersatzkassen e.V. (vdek). Seit 2022 hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Schirmherrschaft für die Sepsis-Kampagne inne und mach diese unterschätzte Erkrankung auch auf höchster politischer Ebene sichtbar.

„Viel zu viele Menschen sterben in Deutschland an einer unerkannten Sepsis. Wer die typischen Symptome einer Sepsis bemerkt, wählt schnell den Notruf 112 und hilft damit, eines von bis zu 20.000 Leben jährlich zu retten. Die Aufklärungsinitiative ‚#Deutschland erkennt Sepsis‘ verbessert die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und damit auch die Patientensicherheit. Deshalb unterstützen die Ersatzkassen und der vdek die Kampagne“, betont Claudia Ackermann weiter.

Hintergrund: Auch kleine Schnittverletzungen können zu einer Sepsis führen

Eine Blutvergiftung entsteht, wenn bei einer zunächst begrenzten Entzündung das schon aktivierte Immunsystem durch weitere Komplikationen überreagiert. Dadurch werden die Funktionen der Organe in Mitleidenschaft gezogen, bis hin zu Organversagen und zum Absterben von Extremitäten. Die häufigsten Ursachen für eine Sepsis sind Lungenentzündungen sowie Entzündungen im Bauchraum und der Harnwege. Auch aus kleinen Schnittverletzungen und Insektenstichen kann eine Sepsis entstehen. Zu den Warnzeichen gehören Fieber, Schüttelfrost, Verwirrtheit und erschwerte Atmung. Wer eine Sepsis überlebt, leidet teils an Spätfolgen wie Amputationen, Depressionen bis hin zu chronischer Erschöpfung.

Weitere Informationen

Auf der Webseite www.deutschland-erkennt-sepsis.de sind zahlreiche Informationen zu den typischen Warnzeichen und den Verhaltensregeln im Notfall zu finden. Außerdem wurden Flyer, Poster und der Aufklärungsfilm „Sepsis: Gönn dem Tod ne Pause“ entwickelt, der über Social Media verbreitet wird.

Kontakt

Heike Kronenberg
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Hessen

Tel.: 0 69 / 96 21 68 - 20
E-Mail: heike.kronenberg@vdek.com