Steigende Ausgaben und wachsende Finanzierungs-lücken setzen die gesetzliche Kranken‑ und Pflegeversicherung auch in Hessen massiv unter Druck. Das zeigen die gerade veröffentlichten „Basisdaten des Gesundheitswesens 2026/2027“ des vdek. Demnach wird die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 2026 bundesweit voraussichtlich rund 370 Milliarden Euro für die Versorgung ausgeben. Dafür reichen die Einnahmen nicht aus: Für 2027 wird eine Finanzierungslücke von mindestens zwölf Milliarden Euro erwartet.
Die Auswirkungen sind für Versicherte schon jetzt deutlich spürbar. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt aktuell bei 3,13 Prozent und hat sich damit innerhalb von drei Jahren verdoppelt. „Für viele Versicherte wird die Krankenversicherung spürbar teurer, weitere Beitragserhöhungen drohen. In den Jahren 2026 und 2027 müssen deshalb echte Struktur- und Finanzreformen umgesetzt werden, damit Gesundheitsversorgung und Pflege für alle qualitativ hochwertig und bezahlbar bleiben“, sagt Claudia Ackermann, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hessen anlässlich der Veröffentlichung der vdek-Basisdaten.
„Es ist gut, dass die Bundesregierung etwas verändern will. Der ursprüngliche Entwurf des GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetzes ging in die richtige Richtung. Durch die Kürzung des Bundeszuschusses wurden die guten Ansätze jedoch konterkariert. Auch wenn ein erster, kleiner Einstieg beschlossen wurde, fehlt weiterhin die vollständige Erstattung der Gesundheitskosten der Bürgergeldbeziehenden aus Steuermitteln. Auch deshalb drohen unmittelbar weitere Beitragssteigerungen für die Versicherten und Arbeitgeber“, so Ackermann weiter.
Zahlen, Daten und Fakten auch aus Hessen
Neben bundesweiten Zahlen, Daten und Fakten zu wichtigen Themenbereichen im Gesundheitswesen wie der Entwicklung der Versichertenzahlen, Krankenkassen, Finanzierung und Leistungsausgaben, der Anzahl der Leistungserbringer, zu Versorgungsdaten und der sozialen Pflegeversicherung informieren die vdek-Basisdaten auch über die aktuelle Situation in Hessen, z.B. über das Durchschnittsalter der hessischen Hausärztinnen und Hausärzte und die Bettenanzahl in den hessischen Krankenhäusern.
Alle Informationen sind in Diagrammen, Tabellen und Grafiken übersichtlich aufbereitet und geben u. a. einen Überblick über die Entwicklung der Mitgliederzahlen und Beitragssätze der GKV, den Stand der Versorgungsstrukturen und Informationen zur Demografie in Deutschland und Hessen.
Sämtliche Inhalte der Broschüre sowie weitere Grafiken und Daten stehen unter www.vdek.com/basisdaten zum kostenlosen Download bereit. Die Informationen werden kontinuierlich aktualisiert. Ein Druckexemplar der Basisdaten kann ferner unter der E-Mail-Adresse basisdaten@vdek.com kostenfrei bestellt werden.
Kontakt
Heike Kronenberg
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Hessen
Tel.: 0 69 / 96 21 68 - 20
E-Mail: heike.kronenberg@vdek.com