Anlässlich des heutigen Frauengesundheitstages weist die vdek-Landesvertretung Hessen darauf hin, dass die speziellen Bedürfnisse von Frauen in der medizinischen Versorgung nach wie vor nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dabei unterscheiden sich Frauen und Männer nicht nur äußerlich, sondern auch in ihren gesundheitlichen Bedarfen zum Teil erheblich.
„Selbst bei gleicher Erkrankung wie z.B. Depressionen, ADHS, einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zeigen Männer und Frauen unterschiedliche Symptome und benötigen speziell für sie entwickelte Therapien und Behandlungsangebote. Tatsächlich werden Frauen aber noch immer oft auf Basis von Kriterien und mit Medikamenten behandelt, die ursprünglich für Männer mittleren Alters entwickelt wurden,“ erklärt Claudia Ackermann, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hessen.
Symptome gendersensibel deuten, Behandlungsfehler vermeiden
Während Männer z.B. bei einem Herzinfarkt häufig über Schmerzen in der Brust und den Armen klagen, macht sich ein Infarkt bei Frauen eher durch Schmerzen im Rücken- und Kopfbereich, z. T. auch durch Übelkeit und Schweißausbrüche bemerkbar: „Diese Symptome eines Herzinfarkts werden bei Frauen oft falsch eingeordnet, sodass sich der Beginn einer zielgerichteten Behandlung verzögert. Zunächst werden vermeintlich andere Erkrankungen therapiert. Frauen mit einem Herzinfarkt kommen dadurch oftmals später auf die Intensivstation als Männer, obwohl gerade in Notfällen jede Minute entscheidend ist!“
Aufklärung und Sensibilisierung weiter stärken
Leider wissen auch zu wenige Frauen selbst, dass gerade bei schweren Erkrankungen andere Krankheitssymptome als bei Männern auftreten können und der Körper ggf. auf Medikamente anders reagiert. Der vdek und die Ersatzkassen raten deshalb ihren Versicherten dazu, den Arzt oder die Ärztin differenziert und vollständig zu informieren, damit schnell die richtige Diagnose gestellt werden kann.
Versorgung konsequent weiterentwickeln
„Eine gute Gesundheitsversorgung bedeutet nicht, alle Menschen gleich zu behandeln, sondern Unterschiede zu erkennen und gezielt zu berücksichtigen“, so Ackermann weiter. „Nur eine konsequent gendersensible Medizin kann dazu beitragen, Diagnosen zu verbessern, Behandlungsfehler zu vermeiden und die Versorgung insgesamt passgenauer zu gestalten. Gleichzeitig müssen geschlechterspezifische Unterschiede auch in Forschung, Diagnostik und Therapie stärker in den Fokus gerückt werden.“
Kontakt
Heike Kronenberg
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Hessen
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