Hitzeaktionstag am 11.06.2026

Gemeinsam vorsorgen für Extremhitze: Präventionsprojekte stärken Gesundheitsschutz in Hessen

Unter dem Motto „Gemeinsam vorsorgen für Extremhitze“ macht der bundesweite Hitzeaktionstag auf die wachsenden gesundheitlichen Risiken durch hohe Temperaturen aufmerksam. Auch in Hessen können Hitzeperioden zu einer Herausforderung für die Gesundheit werden, insbesondere für ältere Menschen, chronisch Erkrankte und Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen.

Hitze belastet die Gesundheit zunehmend

Anhaltende Hitze kann den Organismus stark belasten, zu Dehydrierung führen und bestehende Erkrankungen verschlimmern. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten, sich wirksam zu schützen, aufgrund von Wohnverhältnissen, fehlenden Rückzugsräumen und/oder unzureichendem Zugang zu Informationen ungleich verteilt. Der Hitzeaktionstag bündelt bundesweit Initiativen, um für diese Risiken zu sensibilisieren und konkrete Maßnahmen zur Vorsorge und zum Schutz besonders gefährdeter Gruppen voranzubringen.

Förderschwerpunkt „Klima und Gesundheit“ seit 2025 erfolgreich in Umsetzung

In Hessen setzt die ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit mit ihrem Förderschwerpunkt „Klima und Gesundheit“ gezielt an dieser Stelle an. Der Förderschwerpunkt stellt insgesamt 200.000 Euro für kommunale Mikroprojekte bereit. Eine Antragstellung war bis zum 30.11.2025 möglich. Ziel ist es, die gesundheitliche Chancengleichheit insbesondere für Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf zu stärken. Die geförderten Projekte verbinden klassische Präventionsansätze aus den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und Suchtprävention mit Maßnahmen zum Schutz vor Hitze und anderen belastenden Umweltbedingungen und setzen direkt in den Kommunen an.

„Die gesundheitlichen Auswirkungen längerer Hitzeperioden sind auch in Hessen immer wieder spürbar. Besonders betroffen sind ältere und sozial benachteiligte Menschen. Mit unserem Förderschwerpunkt unterstützen wir gezielt Projekte, die diesen Gruppen helfen und konkrete Verbesserungen vor Ort schaffen“, erklärt Claudia Ackermann, Leiterin des Verbands der Ersatzkassen e. V. (vdek) stellvertretend für die Geschäftsführung der ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit und die gesetzlichen Krankenkassen in Hessen.

Projekte zeigen bereits konkrete Ansätze

Vier Mikroprojekte befinden sich derzeit in der Umsetzung. Sie zeigen beispielhaft, wie sich gesundheitlicher Hitzeschutz durch niedrigschwellige Informationsangebote, angepasste Bewegungs- und Begegnungsformate oder die gezielte Unterstützung von Einrichtungen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Umgang mit Hitze alltagsnah gestalten lässt.

  • „Bewegung im Alter– Das Mobilitäts- und Generationenprojekt“ (seit Oktober 2025)
    Das Projekt „Bewegung im Alter – Das Mobilitäts- und Generationenprojekt“ stärkt die körperliche Gesundheit älterer Menschen und fördert darüber hinaus fördert ihre Alltagskompetenz im Umgang mit klimabedingten Belastungen. Durch die Vermittlung von Gesundheitswissen werden sie dabei unterstützt, sich aktiv und angepasst zu verhalten. Gleichzeitig bringt das Projekt durch die Einbindung von Schülerinnen und Schülern verschiedene Generationen miteinander in Austausch.
  • „HEAT – Gi – Hitzeprävention und Anpassung älterer Menschen an Temperaturbelastungen“ (seit Februar 2026)
    Das Projekt „HEAT – Gi“ stärkt die Gesundheitskompetenz hochaltriger Menschen im Umgang mit Hitze. Dafür werden Ehrenamtliche zu Hitze-Lotsinnen und -Lotsen ausgebildet, die niedrigschwellig beraten und unterstützen. Ergänzend vermitteln Veranstaltungen praktisches Wissen zum Schutz der Gesundheit bei hohen Temperaturen.
  • „KlimaStark – Gesundheit, Resilienz und Klimaanpassung für Alleinerziehende“ (seit April 2026)
    Das Projekt „KlimaStark“ unterstützt Alleinerziehende dabei, ihre eigene Gesundheit und die ihrer Kinder bei klimatischen Belastungen besser zu schützen. Fachkräfte in kommunalen Einrichtungen werden geschult, um praxisnahe Angebote und verständlich aufbereitete Informationen weiterzugeben. So werden Resilienz im Alltag gestärkt und gesundheitsförderliche Strukturen vor Ort nachhaltig ausgebaut.
  • „Klimafreundlich genießen – Ernährungskompetenz und Wohlbefinden im Alter stärken“ (seit April 2026):
    Das Projekt „Klimafreundlich genießen“ zeigt älteren Menschen, wie sich gesunde und nachhaltige Ernährung auch bei Hitze alltagstauglich umsetzen lässt. In Workshops sowie Koch- und Mitmachtagen wird praxisnah Wissen zu Ernährung, Trinkverhalten und saisonalen Lebensmitteln vermittelt. Ergänzend werden Mitarbeitende zu Ernährungsbotschafterinnen und -botschaftern qualifiziert, um die Inhalte langfristig vor Ort weiterzugeben.

Großprojekte erweitern das Engagement über den Förderschwerpunkt hinaus

Darüber hinaus fördert die ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen zwei weitere Projekte zum Themenfeld „Klima und Gesundheit“, die unabhängig vom Förderschwerpunkt umgesetzt werden:

  • „KLIMA-kids: Klimaresiliente Lern- und innovationsorientierte Maßnahmen für Aufwachsende“ (seit März 2026)
    Das Projekt „KLIMA-kids“ stärkt Kinder im Kita-Alter, ihre Eltern und Fachkräfte im Umgang mit hitzebedingten und anderen klimatischen Belastungen. In Kindertagesstätten werden Bildungs- und Gesundheitsangebote entwickelt, die auch Themen wie Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung berücksichtigen. Ziel ist es, frühzeitig Gesundheitskompetenz aufzubauen und klimaangepasste Strukturen dauerhaft im Kita-Alltag zu verankern. Das Projekt wird vom Willi-Robert-Pitzer-Institut für Versorgungsforschung und Rehabilitation am Fachbereich Gesundheit der Technischen Hochschule Mittelhessen in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Gießen sowie dem Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe des Landkreises Gießen umgesetzt. 
  • „KoGi – Klimalotsen zur (interkulturellen) Gesundheitsaufklärung von vulnerablen Zielgruppen“ (seit Januar 2025)
    Das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt hat Anfang 2025 in Kooperation mit dem GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen das Projekt „KoGi – Klimalotsen zur (interkulturellen) Gesundheitsaufklärung von vulnerablen Zielgruppen“ gestartet. Es stärkt die Gesundheitskompetenz von vulnerablen Zielgruppen, dabei insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund, älteren Menschen oder Familien mit kleinen Kindern im Umgang mit hitzebedingten und anderen umweltbedingten Belastungen. Dafür werden Ehrenamtliche zu Klima-Lotsinnen und -Lotsen qualifiziert, die niedrigschwellig und oft mehrsprachig über Gesundheitsrisiken und Schutzmaßnahmen informieren. Ergänzend werden Fachkräfte geschult, um das Thema dauerhaft in Einrichtungen und Stadtteilen zu verankern.

Über das GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen:  

Das GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen ist eine Initiative der gesetzlichen Krankenkassen zur Förderung der Gesundheit und Prävention in hessischen Kommunen und kreisfreien Städten. Es unterstützt Projekte, die auf die Verbesserung der Lebensqualität ausgerichtet sind, und leistet wichtige Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung kommunaler Gesundheitsförderung. 

Darüber hinaus hat die ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit ein neues offenes Förderangebot gestartet, das Kommunen gezielt beim Aufbau gesundheitsförderlicher Strukturen unterstützt. Im Fokus stehen insbesondere Menschen in besonders herausfordernden Lebenslagen, die durch niedrigschwellige, lebensweltorientierte Präventionsmaßnahmen besser erreicht werden sollen.

Weitere Informationen zu den Tätigkeiten und den Kontaktdaten der ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen erhalten Interessierte auf der Website des GKV-Bündnisses für Gesundheit (https://www.gkv-buendnis.de/).  

Kontakt

Heike Kronenberg
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Hessen

Tel.: 0 69 / 96 21 68 - 20
E-Mail: heike.kronenberg@vdek.com