Das Präventionsprojekt „Kommunale Gesundheitsinitiative interkulturell (KoGi)“ aus Frankfurt am Main wurde vom Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit als Good-Practice-Projekt ausgezeichnet. Damit wird ein Ansatz gewürdigt, der seit vielen Jahren Menschen mit mehrsprachigen und niedrigschwelligen Angeboten der Gesundheitsförderung erreicht und ihre Gesundheitskompetenz stärkt. Die ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen fördert Teile des gemeinsamen Projekts des Gesundheitsamts Frankfurt am Main und des Vereins Kinder im Zentrum Gallus e.V. Mehrgenerationenhaus (KiZ Gallus e.V.) und sieht in der Auszeichnung eine Bestätigung für die Bedeutung lebensweltorientierter Gesundheitsförderung.
„Die Auszeichnung zeigt, wie wirksam Gesundheitsförderung sein kann, wenn sie nah an den Menschen und ihrem Alltag ansetzt. KoGi verbindet Gesundheits-förderung, Teilhabe und kommunale Vernetzung auf vorbildliche Weise und trägt dazu bei, gesundheitliche Chancen für alle Menschen zu verbessern. Die Good-Practice-Auszeichnung bestätigt die hohe Qualität und Nachhaltigkeit des Projekts“, erklärt Claudia Ackermann, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hessen, stellvertretend für die Geschäftsstelle der ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen.
Prof. Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, ergänzt: „Diese Auszeichnung würdigt unser Engagement für die Gesundheitsförderung vor Ort und für mehr gesundheitliche Chancengleichheit in Frankfurt am Main. Aktuell haben wir 80 Gesundheitslots:innen, die in 25 Sprachen über diverse Gesundheitsthemen ausbilden und damit einen immens wichtigen Beitrag leisten. Denn um möglichst viele Menschen in Frankfurt zu erreichen und ihnen einen leichten Zugang zum Gesundheitssystem zu gewähren, müssen wir zu ihnen in die Statteile gehen.“ Vorständin Ursula Werder, Vorständin des KiZ Gallus e.V. ergänzt: „Als Verein Kinder im Zentrum Gallus e.V. gestalten wir das KoGi-Projekt bereits seit 2020 mit großer Überzeugung mit – und sind froh, dass unser gemeinsames Engagement für die Gesundheit der Kinder und Familien in Frankfurt nun als Good-Practice-Beispiel anerkannt wird.“
Gesundheitsförderung direkt im Quartier
KoGi wird vom Gesundheitsamt Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus Kinder im Zentrum Gallus e. V. (KiZ Gallus) umgesetzt. Ehrenamtliche werden zu Gesundheitslotsinnen und Gesundheitslotsen qualifiziert und geben ihr Wissen anschließend in Familienzentren, Kitas, Elterngruppen und weiteren Einrichtungen in den Stadtteilen weiter. Die Lotsinnen und Lotsen informieren unter anderem zu gesunder Ernährung, Bewegung, Kindergesundheit, Vorsorgeangeboten und der Orientierung im Gesundheits- und Hilfesystem. Die Inhalte werden mehrsprachig und kultursensibel vermittelt. So erreicht das Projekt insbesondere Menschen, die von klassischen Gesundheitsangeboten nur schwer profitieren.
Klimalotsinnen und Klimalotsen stärken Gesundheitskompetenz vor Ort
Ein durch die ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen geförderter Projektbaustein sind die Klimalotsinnen und Klimalotsen. „Mit den Klimalots:innen wollen wir die Gesundheitskompetenz der Frankfurter:innen vor dem Hintergrund der Klimakrise stärken und ihnen zeigen, welche Möglichkeiten die Frankfurter:innen selbst haben, um mit steigenden Temperaturen umzugehen oder wie sie sich klimafreundlich verhalten können. Unser Ziel ist es, gesundheitliche Chancengleichheit durch die Stärkung der Gesundheitskompetenz zu fördern – gerade für sensible Gruppen wie Kinder, Ältere oder Vorerkrankte, die von den Folgen der Klimakrise oftmals besonders betroffen sind“, erklärt Dr. Manuela Schade, die das Projekt im Frankfurter Gesundheitsamt koordiniert.
Mit den von der ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen geförderten Klimalotsinnen und Klimalotsen wird der erfolgreiche Ansatz von KoGi konsequent weiterentwickelt. In Frankfurt wird das Angebot gut angenommen: „Die Vorträge zum Thema Klima und aktuell insbesondere der Umgang mit Hitze werden oft gebucht. Zudem wollen sich viele Frankfurt:innen zu Klimalotsen:innen ausbilden lassen – dieses Jahr konnten wir bereits den zweiten Jahrgang schulen, der nun sein Wissen weitergibt“, berichtet Isabelle Lorenz vom Verein Kinder im Zentrum Gallus e.V. Mehrgenerationenhaus (KiZ Gallus e.V.).
Anerkennung für einen bewährten Ansatz
Die Jury des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit würdigte KoGi insbesondere für seinen klaren Zielgruppenbezug, den partizipativen Ansatz, die niedrigschwellige Arbeitsweise sowie das überzeugende Multiplikator:innenkonzept. „Die Auszeichnung macht deutlich, welchen Beitrag kommunale Netzwerke, ehrenamtliches Engagement und kultursensible Gesundheitsförderung für mehr gesundheitliche Chancengleichheit leisten können. KoGi gilt damit als beispielhaft für eine nachhaltige Gesundheitsförderung, die Menschen direkt in ihrem Lebensumfeld erreicht und Beteiligung stärkt“, freut sich Ackermann abschließend.
Über das KoGi-Projekt:
Das Projekt wird vom Gesundheitsamt Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus Kinder im Zentrum Gallus e. V. (KiZ Gallus) umgesetzt. Die Initiative besteht bereits seit 2009, das ausgezeichnete KoGi-Konzept wurde 2012 entwickelt und kontinuierlich weiter ausgebaut. Heute vereint KoGi verschiedene Projektstränge unter einem Dach und erreicht Menschen in unterschiedlichen Frankfurter Quartieren.
Über das GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen:
Das GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen ist eine Initiative der gesetzlichen Krankenkassen zur Förderung der Gesundheit und Prävention in hessischen Kommunen und kreisfreien Städten. Es unterstützt Projekte, die auf die Verbesserung der Lebensqualität ausgerichtet sind, und leistet wirkungsvolle Beiträge zur Weiterentwicklung kommunaler Gesundheitsförderung.
Darüber hinaus hat die ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit ein neues offenes Förderangebot gestartet, das Kommunen gezielt beim Aufbau gesundheitsförderlicher Strukturen unterstützt. Im Fokus stehen insbesondere Menschen in besonders herausfordernden Lebenslagen, die durch niedrigschwellige, lebensweltorientierte Präventionsmaßnahmen besser erreicht werden sollen.
Weitere Informationen zu den Tätigkeiten und den Kontaktdaten der ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen erhalten Interessierte auf der Website des GKV-Bündnisses für Gesundheit (https://www.gkv-buendnis.de/).
Kontakt
Heike Kronenberg
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Hessen
Tel.: 0 69 / 96 21 68 - 20
E-Mail: heike.kronenberg@vdek.com