Welt-Sepsis-Tag am 13.09.2026

Sepsis: Der oft übersehene Notfall – schnell handeln kann Leben retten

Alle 6 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an Sepsis („Blutvergiftung“), der schwersten Verlaufsform einer Infektion. Dabei gerät die körper­eigene Immunabwehr außer Kontrolle und beginnt, die eigenen Organe zu schädigen. Unbehandelt endet eine Sepsis immer tödlich. Jährlich erkranken über 230.000 Menschen in Deutschland an Sepsis, mindestens 85.000 von ihnen überleben sie nicht. Damit zählt Sepsis zu den häufigsten Todesursachen: Im Krankenhaus sterben doppelt so viele Menschen an Sepsis wie an Schlaganfall und Herzinfarkt zusammen. Selbst wer sie überlebt, kann schwere Folgeschäden erleiden.

Anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13.09.2026 ruft die vdek-Landesvertretung Hessen daher alle Hessinnen und Hessen dazu auf, sich mit den Symptomen einer Sepsis bekannt zu machen und im Verdachtsfall sofort den Notruf 112 zu wählen. „Eine Sepsis ist immer lebensbedrohend. Sie kann in jedem Alter und in jeder Lebenssituation eintreten, wird aber immer noch oft zu spät erkannt. Daher wurde 2021 die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis ins Leben gerufen“, erklärt Claudia Ackermann, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hessen. Die Kampagne ist eine Initiative des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e. V. (APS) gemeinsam mit der Sepsis Stiftung, der Deutschen Sepsis-Hilfe, dem Sepsisdialog und dem Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek).

„Niemand sollte an einer Sepsis sterben, nur weil sie nicht erkannt wird. Deshalb müssen möglichst viele Menschen die typischen Anzeichen kennen“, so Ackermann weiter. Zu den Warnzeichen zählen Fieber oder Schüttelfrost, Verwirrtheit oder ungewöhnliche Schläfrigkeit, Atemnot, schneller Puls und niedriger Blutdruck.

Neu ab 2026: Qualitätssicherung in Kliniken

Zum 01.01.2026 trat das Qualitätssicherungsverfahren „Diagnostik und Therapie der Sepsis“ in Kraft. Die bundesweit geltende Richtlinie soll die Qualität der Erkennung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge verbessern und dadurch die Zahl vermeidbarer Komplikationen und Todesfälle senken. Doch die Aufklärung bleibt entscheidend, denn auch die beste Versorgung hilft nur, wenn Betroffene und Angehörige die Warnzeichen rechtzeitig erkennen.

Auch kleine Schnittverletzungen können zu einer Sepsis führen

Eine Sepsis entsteht, wenn bei einer zunächst lokal begrenzten Entzündung das Immunsystem durch weitere Komplikationen überreagiert. Dadurch werden Organe geschädigt, was bis zum Organversagen oder zum Absterben von Extremitäten führen kann. Häufige Ursachen sind Lungenentzündungen sowie Entzündungen im Bauchraum und in den Harnwegen. Auch kleine Schnittverletzungen oder Insektenstiche können eine Sepsis auslösen.

Pflegende Angehörige spielen eine Schlüsselrolle

Pflegebedürftige Menschen sind besonders gefährdet, an einer Sepsis zu erkranken. Je früher sie erkannt wird, desto höher sind die Überlebenschancen. Von den rund fünf Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden mehr als vier Millionen zu Hause von Angehörigen oder anderen nahestehenden Personen versorgt. Sie spielen daher eine Schlüsselrolle bei der Früherkennung und dem raschen Einleiten der richtigen Maßnahmen. Der vdek hat im vdek-Pflegelotsen acht Videos veröffentlicht, die zeigen, wie sich Anzeichen einer Sepsis bei pflegebedürftigen Menschen erkennen lassen, und konkrete Handlungsempfehlungen für den Ernstfall geben.

Kontakt

Heike Kronenberg
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Hessen

Tel.: 0 69 / 96 21 68 - 20
E-Mail: heike.kronenberg@vdek.com