Osteoporose wird häufig erst bei einem Knochenbruch sichtbar. Dabei können die Folgen der Erkrankung weit über die eigentliche Fraktur hinausreichen und Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen. Anlässlich des heutigen Welt-Osteoporose-Tags rückt die Landesvertretung Hessen des Verbands der Ersatzkassen e. V. (vdek) die Bedeutung einer frühzeitigen und strukturierten Versorgung von Menschen mit Osteoporose in den Fokus.
Gute Versorgung kann Folgeschäden vermeiden
Mit dem Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose steht in Hessen seit April 2025 ein strukturiertes Behandlungsangebot für Menschen mit behandlungsbedürftiger Osteoporose zur Verfügung. Es soll Betroffene auf Grundlage aktueller medizinischer Leitlinien begleiten, Knochenbrüche vermeiden helfen und die Lebensqualität langfristig erhalten.
„Jeder verhinderte Knochenbruch bedeutet für die Betroffenen ein Mehr an Lebensqualität, Selbstständigkeit und Teilhabe. Mit dem DMP Osteoporose steht in Hessen seit eineinhalb Jahren ein hochwertiges Versorgungsangebot zur Verfügung. So können Risiken frühzeitig erkannt und individuelle Therapien bestmöglich begleitet werden“, erklärt Claudia Ackermann, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hessen.
Strukturiertes Behandlungsangebot wird weiterentwickelt
Das DMP Osteoporose unterstützt die Versorgung über verschiedene Behandlungsbereiche hinweg und orientiert sich an aktuellen medizinischen Leitlinien. Neben der medikamentösen Therapie umfasst das Programm regelmäßige Kontrolluntersuchungen, Maßnahmen zur Sturzprävention sowie Schulungs- und Beratungsangebote. Der Gemeinsame Bundes-ausschuss (G-BA) hat die Anforderungen an das DMP Osteoporose kürzlich umfassend aktualisiert und die Programminhalte an aktuelle medizinische Erkenntnisse angepasst. Danach sollen künftig auch Männer mit behandlungsbedürftiger Osteoporose bereits ab dem 50. Lebensjahr an dem DMP teilnehmen können. Bislang liegt die Altersgrenze bei 60 Jahren; für Frauen sowie Menschen mit unbestimmtem oder diversem Geschlecht gilt bereits jetzt ein Mindestalter von 50 Jahren.
Lebensqualität erhalten, Versorgung nachhaltig gestalten
„Osteoporose zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Da die Erkrankung oft lange keine Beschwerden verursacht, erfolgt die Diagnose vielfach erst nach einem Knochenbruch. Gerade schwere Frakturen können langwierige Behandlungen und den Verlust von Selbstständigkeit nach sich ziehen. Eine gute Versorgung hilft Betroffenen, möglichst lange mobil und selbstständig zu bleiben. Davon profitieren in erster Linie die Patientinnen und Patienten“, so Ackermann weiter.
Hintergrund
Disease-Management-Programme (DMP) gemäß § 137f SGB V sind strukturierte Behandlungsprogramme für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Sie basieren auf medizinisch-wissenschaftlichen Leitlinien und sollen eine qualitativ hochwertige Behandlung unterstützen. Teilnehmen können Patientinnen und Patienten mit gesicherter Diagnose einer medikamentös behandlungsbedürftigen Osteoporose.
Kontakt
Heike Kronenberg
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Hessen
Tel.: 0 69 / 96 21 68 - 20
E-Mail: heike.kronenberg@vdek.com