Arzneimittel: Ausgaben in Niedersachsen steigen um 100 Millionen Euro

Die Krankenkassen in Niedersachsen geben in diesem Jahr deutlich mehr Geld für Arzneimittel aus als 2012. Der entsprechende Betrag lag nach jetzt vorliegenden Zahlen der Apothekenrechenzentren am Stichtag 31. Oktober bei fast 2,3 Milliarden Euro und damit rund 100 Millionen Euro oder 4,77 Prozent über dem des Vergleichszeitraums im Vorjahr. Der Zuwachs übersteigt den Bundesschnitt um mehr als einen Prozentpunkt. „Diese Abweichung gegenüber anderen Ländern ist medizinisch nicht erklärbar und kostet die Beitragszahler in Niedersachsen 20 Millionen Euro. Damit setzt sich der negative Trend der Vorjahre in Niedersachsen fort“, sagte der Leiter des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) in Niedersachsen, Jörg Niemann.

Niemann forderte die Ärzte auf, ihr Arzneimittelmanagement zu verbessern. „Selbstverständlich muss jeder Patient das Medikament bekommen, das er benötigt. Nicht in jedem Fall ist eine Verordnung aber notwendig und sinnvoll“, betonte er. So würden etwa Antibiotika nach wissenschaftlichen Untersuchungen zu häufig verordnet und selbst bei Virusinfektionen zum Einsatz kommen, obwohl sie nur gegen Bakterien helfen. Von den unnötigen Kosten abgesehen bestehe bei zu häufiger Einnahme die Gefahr, dass die Mittel keine Wirkung mehr zeigten, wenn sie tatsächlich gebraucht würden. Auch die teuren neuen Antibiotika, die wieder gegen bereits resistente Bakterien wirken, müssten zielgenauer als bisher verordnet werden. „Gerade am Beispiel der neuen Antibiotika zeigt sich die Notwendigkeit, aber auch das noch bestehende Potenzial für ein qualitativ hochwertiges Arzneimittelmanagement“, sagte Niemann.

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Hanno Kummer
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
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