Ersatzkassenforum mit Minister Philippi

vdek fordert mehr Orientierung und bessere Steuerung in der ambulanten Versorgung

Patientinnen und Patienten müssen zukünftig besser durch das Gesundheitswesen geleitet werden. Das wurde heute auf einer Fachveranstaltung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) in Hannover deutlich. Thema war die geplante Einführung eines sogenannten Primärversorgungssystems, mit dem Patienten von vornherein und schneller die für sie passende Versorgung erhalten sollen. Die Bundesregierung plant hierzu einen Gesetzentwurf.

Dr. Andreas Philippi, Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung: „Die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung entscheidet sich nicht allein an der Frage von mehr Geld oder mehr Personal, sondern daran, wie wir die vorhandenen Ressourcen einsetzen. Deshalb brauchen wir ein leistungsfähiges Primärversorgungssystem. Hausärztinnen und Hausärzte sollten dabei eine zentrale Lotsenfunktion übernehmen und die Versorgung stärker koordinieren. So können wir Doppeluntersuchungen vermeiden, Facharztpraxen entlasten und Patientinnen und Patienten sicher durch ein immer komplexer werdendes Gesundheitswesen begleiten. Auf diese Weise stellen wir die Gesundheitsversorgung in Niedersachsen zukunftsfest auf.“

Freiräume für schnelle Termine

Für den vdek gehört die Frage einer besseren Steuerung zu den zentralen gesundheitspolitischen Reformthemen der kommenden Jahre. „Für viele Menschen ist bisher oft unklar, an wen sie sich mit einer gesundheitlichen Beschwerde wenden sollen“, so vdek-Landesleiter Hanno Kummer. „Das schafft Verunsicherung und führt auch zu unnötigen Arztbesuchen.“ Eine digitale Ersteinschätzung soll deshalb künftig vorab klären, durch welches Versorgungsangebot am besten geholfen werden kann. „Ein modernes Primärversorgungssystem kann dazu beitragen, die begrenzten ärztlichen Behandlungskapazitäten zielgenauer zu nutzen. Das schafft auch Freiräume zum Beispiel für schnellere Facharzttermine im Bedarfsfall“, betonte Kummer.

Kummer kritisierte, dass sich Diskussionen zur Gesundheitsversorgung häufig um zusätzliche Finanzmittel drehen würden. „Teuer ist nicht automatisch gut. Beim Thema Primärversorgung geht es um einen anderen Ansatz, der aus unserer Sicht genau richtig ist: Wie kann es mit vorhandenen Ressourcen gelingen, besser zu werden?“

Diskussion über Ersteinschätzung

Im Rahmen des Ersatzkassenforums diskutierten die Teilnehmenden in Hannover unter anderem über die Rolle einer standardisierten Ersteinschätzung, digitale Instrumente zur Terminsteuerung, den Einsatz neuer Gesundheitsberufe sowie die besonderen Herausforderungen auf dem Weg zu einer Primärversorgung.

Zum Ersatzkassenforum waren in Hannover rund 65 Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und gesetzlicher Krankenversicherung zusammengekommen, um über Perspektiven der ambulanten Versorgung zu diskutieren. 

Kontakt

Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Niedersachsen

Pressesprecher
Simon Kopelke

Telefon: 05 11 / 3 03 97 - 50
E-Mail: simon.kopelke@vdek.com