Noch nie standen so viele Krankenhausbetten leer: Die Auslastung der Betten an somatischen Krankenhäusern in Niedersachsen hat nach jetzt vorliegenden Zahlen mit 70,5 Prozent im Jahr 2025 einen Tiefpunkt erreicht. Sie liegt damit knapp neun Prozentpunkte niedriger als noch vor zehn Jahren und weit unterhalb der vom Niedersächsischen Sozialministerium für die Krankenhausplanung vorgegebenen Soll-Auslastung von 85 Prozent. Damit stehen im Schnitt jeden Tag 10.000 Krankenhausbetten in Niedersachsen leer.
„Die Entwicklung zeigt, wie notwendig die Krankenhausreform ist“, sagte der Leiter des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) in Niedersachsen, Hanno Kummer. „Versorgungsangebote müssen auf regionaler Ebene stärker zusammengeführt werden, um vorhandene Ressourcen besser zu nutzen und die Krankenhauslandschaft zukunftsfest aufzustellen.“
Keinen Leerstand finanzieren
In Niedersachsen seien dabei bereits positive Veränderungen auf den Weg gebracht worden, durch Zusammenlegungen von Standorten, insbesondere aber durch freiwillige Abstimmungen von Krankenhausträgern zu den jeweils angebotenen Leistungen. „Diesen Weg gilt es bei der nun anstehenden Umsetzung der Reform zugunsten von Qualität und Versorgungssicherheit fortzusetzen. Unnötigen Leerstand zu finanzieren ist weder sinnvoll noch Aufgabe der Beitragszahlenden“, so Kummer.
Die Gründe für den Bettenleerstand sind aus Sicht des vdek vielfältig: Vor allem können durch medizinischen Fortschritt immer mehr Behandlungen ambulant durchgeführt werden, und bei vielen Krankenhausbehandlungen sinkt die Aufenthaltsdauer. Zudem konkurrieren in bestimmten Segmenten zu viele Krankenhäuser in räumlicher Nähe um Patienten und Personal.
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