Selbsthilfeförderung in Bremen und Bremerhaven

Selbsthilfe ist eine wesentliche Säule im Gesundheitssystem. Deshalb fördern die gesetzlichen Krankenkassen Selbsthilfegruppen und -organisationen sowohl auf Bundesebene als auch in Ländern und Kommunen. Die Krankenkassen haben sich dabei auf Grundsätze geeinigt, die in einem Leitfaden zusammengefasst sind. Dieser Leitfaden liegt nun in einer aktualisierten Fassung ab dem 01.01.2021 vor und regelt die Inhalte und Verfahren der Förderung weitgehend einheitlich.

Auch in Bremen werden seit Jahren die Aktivitäten von Selbsthilfegruppen und -organisationen durch finanzielle Hilfe gefördert. Die finanzielle Förderung erfolgt zu 70 Prozent aus einem gemeinsamen Topf der Kassen (kassenartenübergreifend) und zu weiteren 30 Prozent durch die einzelne Kasse selbst (kassenindividuell). Dabei sollen die Kassen aus dem gemeinsamen Topf grundsätzlich pauschale Bedarfe wie Sachkosten oder Fortbildungen fördern und sich bei der kassenindividuellen Förderung auf Projekte, wie beispielsweise Veranstaltungen oder neue Broschüren, konzentrieren.

Die Bremer Krankenkassen haben die wesentlichen Punkte des Leitfadens (Stand: 2014) zum besseren Verständnis in einer Broschüre zusammengefasst, die als Download zur Verfügung steht.

Antragstellung

Grundsätzlich steht es jeder Selbsthilfegruppe frei, an welche Kasse sie die Anträge schickt. Seit dem Förderjahr 2013 werden sowohl die Pauschal- als auch die Projektanträge intern nach Postleitzahlen geordnet und der zuständigen Kasse weitergeleitet. Das sind in der Regel im Einzelnen:

Art der Gruppe Postleitzahlenbereich zuständige Kasse
lokale SHG und Landesorganisationen bis 28217 AOK Bremen/Bremerhaven
lokale SHG 28218-28259 BARMER
lokale SHG 28260-28332 vdek
lokale SHG 28333-28779 hkk
lokale SHG ab 28780 DAK-Gesundheit
Landesorganisationen ab 28218 Techniker Krankenkasse

Anträge für die Projektförderung können jederzeit bei den Krankenkassen eingereicht werden. Für die Pauschalförderung haben die Kassen aus organisatorischen Gründen zwei Antragsfristen eingerichtet. Die Anträge für die erste „Förderrunde“ müssen bis zum 15. Februar bei einer der Bremer Kassen vorliegen. Dies ist der Termin für die Hauptvergabe der Mittel. Für die zweite „Förderrunde“ sind die Anträge bis zum 15. September einzureichen.

Hier finden Sie die aktuellen Antragsformulare 2022 für die Pauschalförderung der Selbsthilfegruppen und der Landesverbände sowie für die Projektförderung (jeweils als ausfüllbare PDF), außerdem den aktuellen Leitfaden der Krankenkassen zur Selbsthilfeförderung, eine Informationsbroschüre mit Details zur Selbsthilfeförderung in Bremen und die Broschüre "Ungleiche Partner". 

Transparenzbericht 2021 

Die gesetzlichen Krankenkassen/-verbände in Bremen haben im Jahr 2021 insgesamt 439.076 Euro für die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung der Selbsthilfe nach § 20h SGB V in Bremen und Bremerhaven zur Verfügung gestellt.

Auf die Selbsthilfe-Kontaktstellen entfiel eine Förderung von 229.659 Euro.

Die örtlichen Selbsthilfegruppen erhielten eine Förderung in Höhe von 87.504 Euro.

Die Landesorganisationen der Selbsthilfe wurden mit insgesamt 38.984 Euro gefördert. Eine tabellarische Übersicht der geförderten Landesorganisationen finden Sie hier:

Säulendiagramm zur Selbsthilfeförderung der GKV im Land Bremen von 2011 bis 2021

Dank des Präventionsgesetzes wurden die Mittel ab dem Jahr 2016 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöht, und jedes Jahr erfolgt eine weitere Erhöhung der Mittel. In 2020 wurde eine weitere Aufteilung der Gesamtförderung zugunsten der Pauschalförderung (70%) gesetzlich wirksam.

2021 haben die Bremer Krankenkassen die gesundheitsbezogene Selbsthilfe im Land Bremen mit insgesamt 719.600 Euro unterstützt, davon etwa 440.000 Euro für Pauschalmittel. 2020 waren dies 690.000 Euro gesamt, davon 380.000 Euro pauschal.

Gelder, die in 2021 Corona-bedingt nicht genutzt werden konnten, fließen in die Förderung 2022 ein.

Leitfaden zur Selbsthilfeförderung 2020

Leitfaden zur Selbsthilfeförderung ab 01.01.2021

Der GKV-Spitzenverband hat in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Krankenkassen und den maßgeblichen Spitzenorganisationen der Selbsthilfeförderung den "Leitfaden zur Selbsthilfeförderung" entwickelt. In diesem Leitfaden sind die Inhalte, Voraussetzungen und Verfahren zur Förderung der Selbsthilfeorganisationen, Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen verbindlich geregelt.

In der aktuellsten Fassung, die zum 01.01.2021 in Kraft tritt, ist u.a. die gesetzliche Neuregelung zu § 20h SGB V im Digitalen Versorgungsgesetz umgesetzt.

Broschüre der Bremer Krankenkassen (Stand: 2014)

Selbsthilfeförderung in Bremen und Bremerhaven

Selbsthilfeförderung in Bremen und Bremerhaven

Der GKV-Leitfaden zur Selbsthilfeförderung hat sich ab 2014 geändert, aber was genau für die Selbsthilfegruppen im Land Bremen zu beachten ist, fassen die Bremer Krankenkassen in dieser Broschüre zusammen.

(Achtung: Es liegt eine neue Fassung des Leitfadens vor, die wesentlichen Änderungen, die in der Broschüre zusammengefasst sind, gelten aber weiterhin.)

Broschüren-Cover: Ungleiche Partner. Patientenselbsthilfe und Wirtschaftsunternehmen im Gesundheitssektor

Stand: 2015 Ungleiche Partner - Patientenselbsthilfe und Wirtschaftsunternehmen

Wenn Pharma- und Medizinproduktehersteller versuchen, mit Spenden und Sponsoring Patientenselbsthilfe und Ärzteschaft für sich einzunehmen, ist Vorsicht geboten. Mehr Transparenz ist nötig, um die Beeinflussung durch die Industrie abzustellen. Die vorliegende Broschüre hilft, die Gefahren zu erkennen und zu bannen.

Ihr Ansprechpartner beim vdek Bremen

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