Veranstaltungen und Vorträge

Austausch zur Krankenhausreform und GKV-Finanzierung in Bremen

Gruppe von fünf Frauen und vier Männern vor dem vdek-Aufsteller

05.06.2026, vdek Landesvertretung

Vertreter:innen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen der Bremischen Bürgerschaft haben die vdek-Landesvertretung Bremen besucht – dabei auch Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Mitglied des Deutschen Bundestages. Es stand vor allem die Krankenhausreform und ihre Auswirkungen auf das Land Bremen im Fokus.

Ein zentraler Punkt der Diskussion war die Bedeutung einer fairen Planung: Kommunale und freie Krankenhäuser müssen gleichbehandelt werden. Leistungsgruppen dürfen dabei nicht künstlich auseinandergezogen werden, um einzelne Standorte gezielt zu stärken. Entscheidend ist vielmehr ein funktionierendes Leistungsgefüge – etwa die enge Verzahnung von Geburtshilfe und Gynäkologie. Diese Verbindung ist nicht nur für eine verlässliche Versorgung essenziell, sondern auch wirtschaftlich bedeutsam für die Krankenhäuser. Auch im Hinblick auf Kooperationen zwischen den Häusern bestand Einigkeit, dass der Dialog partnerschaftlich und ausgewogen weitergeführt werden muss.

Ein weiteres zentrales Thema war die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Konsens bestand darin, dass der Vorschlag der Kommission zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz grundsätzlich ausgewogen war und allen Beteiligten Einschnitte zugemutet hätte. Der Rückzug des Staates aus der notwendigen Finanzierung von Grundsicherungsempfänger:innen hat jedoch zu einer Schieflage geführt. Diese ermutigt die Leistungserbringer, notwendige Sparmaßnahmen als unzumutbar zu kritisieren und entsprechend deutlich zu vertreten.

Sehr kritisch wurde dabei auch von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gesehen, dass die Ressortchefs der Länder nun die weitere Streichung zentraler Elemente des Gesetzes fordern. Schon in seiner jetzigen Form wird das Gesetz höchstens noch dazu führen, dass die Beiträge der Kassen bis 2029 konstant bleiben. Sollten auch noch die von den Ländern geforderten Änderungen wirksam werden, hat das Gesetz komplett seinen Sinn verloren – Beitragssatzerhöhungen wären unausweichlich.

Der Austausch war sehr fruchtbar – zum einen, was die politischen Rahmenbedingungen und die Gesetzgebung betrifft, aber auch bezogen auf die Entwicklung der Strukturen im Land Bremen konnten kritische Fragen einfließen und geklärt werden. 

Projekttreffen der Gesunden Lebenswelten

Gruppe von Menschen vor Videobildschirm

13.04.2026, vdek Landesvertretung

Vertreter:innen verschiedener Präventionsprojekte sowie der Ersatzkassen kamen in Bremen zu einem projektübergreifenden Austausch im Rahmen des vdek-Präventionskonzepts zusammen. Ziel des Treffens war es, die beteiligten Akteur:innen miteinander zu vernetzen, Einblicke in die laufenden Projekte zu geben und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu stärken. Trotz unterschiedlicher Themenschwerpunkte, Zielgruppen und Arbeitsansätze verbindet alle Beteiligten das Anliegen, Gesundheitsförderung und Prävention in Bremen nachhaltig voranzubringen. » Lesen

Gesundheitspolitischer Austausch mit Fraktion Die Linke

Eine Frau und drei Männer vor dem vdek-Aufsteller

10.03.2026, vdek Landesvertretung

Die ambulante Versorgungslage im Land Bremen und mögliche Verbesserungen standen im Mittelpunkt des Gesprächs der Landesvertretung Bremen mit Nelson Janßen, gesundheitspolitischem Sprecher der Fraktion Die Linke, am 10.03.2026. Gemeinsam mit Frau Dr. Runte, hkk, und Olaf Brockmann, TK, diskutierte Torsten Barenborg, Leiter der vdek-Landesvertretung Bremen mit Janßen über aktuelle Themen und stellte ihm die Sicht der Ersatzkassen vor.

So teilte Barenborg Janßens Besorgnis, dass die Versorgung mit Kinderärzt:innen nicht ausreichen sei. Um Kinder- und Jugendpsychiater:innen für Bremerhaven zu werben, habe die GKV sogar mit der KV zusammen besondere Förderangebote vereinbart, die aber keinen Erfolg gebracht hätten. Janßen gab zu bedenken, dass das System der niedergelassenen Einzelpraxen an seine Grenzen stoße. Die Gesundheitsversorgung in den Stadtteilen müsse künftig stärker über Quartierszentren organisiert werden. Diese könnten durch mehr Delegation an nichtärztliches Personal und durch multiprofessionelle Teams die Versorgung stärken. Gleichzeitig wünschte er sich bei der Umsetzung mehr Innovation und Geschwindigkeit.

Die digitale Ersteinschätzung als Bestandteil der Primärversorgung bewertete Janßen kritisch: Sie erfordere mehr Kompetenz der Patient:innen, als diese häufig hätten.  Barenborg versicherte, dass die digitale Ersteinschätzung zusätzlich zu einer telefonischen Erreichbarkeit der Nummer 116117 gedacht sei, so dass auch weiterhin niemand aus dem System fällt, nur weil er seine Beschwerden nicht richtig artikulieren könne. Janßen konnte sich vorstellen, dass auch bei der Patient:innen-Steuerung Quartierszentren unterstützen können. Zudem regte er an, dass eine intensivere Beratung zu sozialen Themen wie Jobverlust oder Einsamkeit Menschen von der Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen fernhalten können, wenn kein medizinischer Bedarf vorliege. Dafür sei eine entsprechende Mischfinanzierung solcher Quartierszentren notwendig.

Auch zu Details der Notfallreform, der Krankenhausreform sowie zur Situation der GKV-Finanzen wurde sich ausgetauscht. Besonders interessierte zeigte sich Janßen an den neuen Gesundheitsfachkräften in Kindergärten (KiGS), die ab Juli eingesetzt werden. Der parteiübergreifende Konsens in Bremen, dass solche niedrigschwelligen Projekte zur Stärkung der Gesundheitskompetenz notwendig sind, sei groß.

Weitere Veranstaltungen der vdek-Landesvertretung Bremen: