Pflegebenotung nicht "zerreden"

Schwerin, 14. Oktober 2010 – Die Landesvertretung der Ersatzkassen in Mecklenburg-Vorpommern warnt davor, die eingeführte Benotung der Leistungen von stationären Pflegeeinrichtungen bzw. ambulanten Pflegediensten nicht mit der aktuellen Negativdiskussion zu belasten.

Fakt ist, dass die jetzige Beurteilung der Pflegequalität von den Verbänden der Pflegeleistungserbringer und den Pflegekassen nach langwierigen Verhandlungen in einem Kompromiss gemeinsam vereinbart wurde.

„Ein Kompromiss hat immer auch Ecken und Kanten, die im weiteren Verlauf seiner praktischen Erprobung abgeschliffen werden können“, sagt vdek-Pressesprecher Dr. Bernd Grübler dazu.

„Aber wir haben erstmals eine Transparenz geschaffen, die es vorher nicht gab.“

Die Ersatzkassen setzen sich jetzt dafür ein, dass die erkannten Unwuchten und mögliche Fehlinterpretationen möglichst schnell abgeändert werden. Dabei muss der reinen Pflegequalität am Menschen vordergründig ein hohe Priorität und damit auch eine höhere Gewichtung in der Benotung zukommen. Anders herum darf zum Beispiel natürlich nicht eine gute Dokumentationsqualität Mängel in der rein pflegerischen Versorgung kompensieren können.

Vor diesem Hintergrund sind die im Bundesvergleich durchweg sehr guten Qualitätseinschätzungen für Heime und Dienste in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin als positives Signal zu werten.

„Natürlich“, so Grübler weiter, „ersetzt der Blick auf die Pflegenoten nicht das Einholen weiterer Informationen bis hin zum Besuch des Pflegeheimes bzw. des Pflegedienstes selbst, wo man in einem persönlichen Gespräch die Pflegesituation auf den konkreten Einzelfall bezogen erörtern sollte. Aber sie geben einen ersten Anhaltspunkt, auf dem sich aufbauen lässt.“

Hintergrund (Stand: 5.10.2010):

Stationäre Versorgung:

Hier nimmt Mecklenburg-Vorpommern mit einem Notendurchschnitt von 1,2 (ohne Patientenbefragung) zusammen mit Baden-Württemberg im Bundesvergleich den ersten Platz ein.

Ambulante Versorgung:

Hier liegt M-V mit 1,6 (ohne Patientenbefragung) zusammen mit dem Saarland hinter Baden-Württemberg (1,2) auf Platz zwei.

vdek-Pflegelotse: www.pflegelotse.de

Pressemitteilung


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Tel.: 03 85 / 52 16 - 1 05
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