Freier Zugang zur Privaten Krankenversicherung ist keine Option für die Zukunft!

Aus Sicht der Landesvertretung der Ersatzkassen wäre die von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) vorgeschlagene Öffnung der privaten Krankenversicherung für alle Versicherten ein folgenschwerer Irrweg.

„Salopp gesagt“, so Karl Nagel, Leiter der vdek-Landesvertretung, „scheint hier auch der Wahlkampf eine Rolle zu spielen. Für Mecklenburg-Vorpommern wäre es fatal, da man hier aufgrund der Einkommenssituation in besonderem Maß auf die Solidarität der Besserverdienenden und der jungen, meist gesunden Mensch angewiesen ist.“

Der Wegfall der Pflichtversicherungsgrenze würde vor allen die Menschen in die private Krankenversicherung locken, die aufgrund ihrer Lebensumstände noch keine oder kaum Leistungen aus der Krankenversicherung beanspruchen müssen. Andererseits sind es aber genau diese Versicherten und die Besserverdienenden, die sich freiwillig für eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung entschieden haben, die zu einem großen Teil das Solidarprinzip aufrecht erhalten. Nur dadurch bleibt auch für den anderen Teil sowohl die Beiträge für die Krankenversicherung als auch die Leistungen im Krankheitsfall bezahlbar.

„Letztlich könnte sich die PKV sogar ins eigene Fleisch schneiden“, so Nagel weiter, “wenn statt der vielen freiwillig Versicherten, die ja auch heute schon wechseln könnten, mehr und mehr Geringverdiener mit gesundheitlichen Problemen wechseln würden. Deren Versicherungsprämien dürften im Verlauf ihres Lebens in nicht mehr bezahlbare Höhen klettern, weil die Prämien nach dem individuellen Gesundheitszustand bemessen werden. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung muss dann definitiv ausgeschlossen werden“

So gesehen macht es aus Ersatzkassensicht überhaupt keinen Sinn, zwei völlig unterschiedlich strukturierte Krankenversicherungssysteme zu kombinieren, zumal dem Vernehmen nach sich auch einzelne PKV-Unternehmen in einer finanziell angespannten Lage befinden sollen.

Kontakt

Dr. Bernd Grübler
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Tel.: 0385 / 52 16 - 105
E-Mail: bernd.gruebler@vdek.com