Arzneimittelausgaben in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor „over the top“!

719 Euro je Versicherten sind Bundesspitzenwert

 

Ist Mecklenburg-Vorpommern ein „Land der Pillenschlucker“? Das könnte man zumindest annehmen, wenn man sich die Zahlen der Arzneimittelausgaben und Verordnungen des vergangenen Jahres ansieht. Im Durchschnitt wurde für jeden gesetzlichen Krankenversicherten fast 720 Euro für Arzneimittel ausgegeben. Damit liegen wir bundesweit an der Spitze und immerhin ca. 167 Euro über dem Bundesdurchschnitt von 553 Euro. Regional vergleichbare Länder liegen weit darunter: Brandenburg (534 Euro) oder Schleswig-Holstein (467 Euro).

[Quelle: GAMSI, GKV-Arzneimittelschnellinformation für 2017, Nettoumsätze, d. h. ohne Zuzahlungen der Versicherten, Apothekerabschläge, Herstellerrabatte.]

Die meisten Verordnungen ausgestellt

Auch bei der Anzahl der Verordnungen liegt das nordöstlichste Bundesland an der Spitze. Mit durchschnittlich 12,8 je Versicherten gegenüber dem Bundesdurchschnitt (10,7). Brandenburg hat hier 10,8 und Schleswig-Holstein 10,4 Verordnungen je Versicherten. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort.

Hoher Arzneimittelverbrauch nicht vollständig erklärbar

„Obwohl wir viele ältere Menschen mit vergleichsweise häufigen, behandlungsbedürftigen chronischen Erkrankungen haben, sind diese extremen Unterschiede zu den anderen Bundesländern nicht vollständig erklärbar“, so die Leiterin der vdek-Landesvertretung Kirsten Jüttner. „Es ist deshalb für uns besonders wichtig, dass wir gemeinsam über die Angebote der Kassenärztlichen Vereinigung und des Medizinischen Dienstes die niedergelassenen Allgemeinmediziner und auch die Fachärzte beratend unterstützen.“

Kontakt

Dr. Bernd Grübler
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Tel.: 0385 / 52 16 - 105
E-Mail: bernd.gruebler@vdek.com