Mecklenburg-Vorpommern an der Spitze bei Organspenden

In Deutschland stehen nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) rund 9.400 schwer kranke Menschen auf der Warteliste für eine Transplantation. Rund 8.000 Dialysepatienten warten auf eine Nierentransplantation. In den meisten Fällen sind es lebensbedrohliche Krankheiten, die eine Organtransplantation erforderlich machen, etwa bei schwerem Herz-, Lungen- oder Leberversagen. Die Organspende ist für die Betroffenen dann die einzige Möglichkeit, um überleben zu können.

Zahl der Organspender gestiegen

Die Zahl der Organspender ist in Mecklenburg-Vorpommern und auch bundesweit im vergangenen Jahr gestiegen. Nach Angaben der DSO spendeten im Nordosten 41 Menschen nach ihrem Tod eines oder mehrere Organe für schwerkranke Patienten. Im Jahr 2017 waren es 27 gewesen. 119 Organe wurden für Transplantationen entnommen nach 78 im Jahr davor.

In MV Spendenplus von mehr als die Hälfte

Nach Jahren der Stagnation bzw. des Rückgangs nahmen die Zahlen auch bundesweit wieder zu. 955 Menschen spendeten nach ihrem Tod 3.113 Organe für die Transplantation. Das entspricht 11,5 Spendern pro einer Million Einwohner. In Mecklenburg-Vorpommern liegt dieser Wert mit 25,6 mehr als doppelt so hoch. Während bundesweit die Zahl der Spender im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent stieg, betrug das Plus in Mecklenburg-Vorpommern fast 52 Prozent.

„Auf diese hohe Spendenbereitschaft unserer Einwohner sind wir sehr stolz“, verkündet die Leiterin der vdek-Landesvertretung, Kirsten Jüttner.

Aktive Entscheidung für eine Spende

In Deutschland müssen sich die Bürger bislang aktiv für eine Organspende entscheiden. Dazu senden auch die Ersatzkassen regelmäßig Informationsmaterial an ihre Versicherten ab 16 Jahren.

Entgegen der landläufigen Meinung kann man im Organspendeausweis auch einer Spende widersprechen oder nur einer Entnahme von bestimmten Organen zustimmen.

Mehr Organspendeausweise notwendig

Die Entscheidung zur Organspende kann jederzeit widerrufen werden. Umfragen zufolge stehen rund 80 Prozent der Bundesbürger einer Spende grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings hat nur etwa jeder Dritte seine Bereitschaft in einem Organspendeausweis oder einer Patientenverfügung dokumentiert.

„Hier müssen wir gemeinsam noch viel Aufklärungsarbeit leisten“, so Jüttner, „um die Spendenbereitschaft und das tatsächliche Handeln in Übereinstimmung zu bringen.“

Kontakt

Dr. Bernd Grübler
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Tel.: 0385 / 52 16 - 105
E-Mail: bernd.gruebler@vdek.com