Gemeinsames Projekt RESIST erfolgreich abgeschlossen

Deutlich weniger nicht notwendige Antibiotikaverschreibungen in M-V

Solche Ergebnisse haben sich die „Konstrukteure“ des Innovationsfondsprojektes „RESISTenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen“ (kurz: RESIST) vor drei Jahren wahrscheinlich sehr gewünscht. Jetzt belegt eine aktuelle Abschlussstudie die hohe Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen.

Arzt-Patienten-Kommunikation enorm wichtig

Für Studienprojektleiter Prof. Attila Altiner, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Rostock, sind es vor allem zwei Haupterkenntnisse, die aus der Studie auch für Mecklenburg-Vorpommern gewonnen werden können: „Es ist uns in unserem Bundesland gelungen, das bereits erfreulich niedrige Verordnungsniveau von Antibiotika noch weiter zu reduzieren. Zudem wurden im Fall der Fälle eher schmaler wirkende Antibiotika eingesetzt. Die zweite ganz wichtige Erkenntnis ist die: Eine gute Arzt-Patienten-Kommunikation führt zu messbar ‚besserer Medizin‘. In unserem Fall heißt das, wenn Ärzte ihren Patienten ein Angebot zur gemeinsamen Entscheidungsfindung machten, weniger Antibiotika-Verordnungen daraus resultierten.“

Antibiotika-Verschreibungen deutlich gesenkt

So reduzierten sich die Verschreibungen für Infektionen der oberen Atemwege (z.B. Mandelentzündung, Nasenneben- und Stirnhöhlenentzündung) innerhalb des Dreijahreszeitraumes von 19 auf 15 Prozent und bei Infektionen der unteren Atemwege (z.B. Bronchitis) von 58 auf 38 Prozent. Damit verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern hohe Erfolgsraten im Reigen der sechs beteiligten Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Saarland) sowie der zwei Landesregionen (Nordrhein, Westfalen-Lippe).

155 Ärztinnen und Ärzte aus M-V dabei

Das Projekt wurde am 1. Juli 2017 vom Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den acht Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) der vorstehend genannten Länder/Landesregionen aus der Taufe gehoben. Nach einer projektbezogenen Fortbildung haben sich insgesamt 2.460 Hausärzte, Fachärzte für Innere Medizin, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie Kinder- und Jugendmedizin beteiligt, darunter 155 Ärztinnen und Ärzte aus Mecklenburg-Vorpommern. Professor Altiner lobte die außergewöhnliche Idee des vdek und betonte gleichzeitig, dass RESIST ohne das Engagement der Ärzte und ihren KVen gar nicht denkbar gewesen wäre.

Mehr Antibiotika für Schwersterkrankte im Krankenhaus zur Verfügung

Für den vdek bedankt sich die Leiterin der Landesvertretung der Ersatzkassen, Kirsten Jüttner, bei den teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten für den eindrucksvollen Nachweis erfolgreicher Kommunikation zwischen ihnen und den Patientinnen und Patienten.

Für sie steht außerdem ein weiterer Aspekt im Mittelpunkt:

„Es ist vor allem gelungen, die ambulanten Verordnungen von so genannten Ultra-Breitspektrum-Antibiotika nachhaltig zurückzufahren, das heißt von solchen Substanzen, die wir dringend für die Behandlung von schwer- und schwerstkranken Patienten im Krankenhaus benötigen.“

Ergebnisse auf andere Bundesländer ausweiten

Nach Francis Paul Wilson (US-amerikanischer Autor von Medizin-Thrillern) beruhen alle großen Errungenschaften auf einer winzigen Gemeinsamkeit: dem ersten Schritt. Diesen sind alle Projektpartner erfolgreich gegangen; jetzt kommt es auf die nächsten Schritte an. Das Innovationsfondsprojekt RESIST hat eindrucksvoll bestätigt, dass durch gute Kommunikation und Information die Verordnungszahlen zurückgehen. Alle Beteiligten wollen sich jetzt dafür einsetzen, dass das Konzept zukünftig dauerhaft in allen KV-Regionen und für alle gesetzlich Krankenversicherten angeboten werden kann.

 

Ansprechpartner:

Dr. Bernd Grübler: Verband der Ersatzkassen e.V. Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, Referatsleiter Grundsatzfragen, Presse-und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0385.5216-105, Fax: 0385.5216-111

E-Mail: bernd.gruebler@vdek.com, Internet: www.vdek.com;

Susanne Schimke, Universitätsmedizin Rostock, Leiterin Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit/Marketing

Tel.: 0381.494-5090, E-Mail: presse@med.uni-rostock.de

Kontakt

Dr. Bernd Grübler
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Tel.: 0385 / 52 16 - 105
E-Mail: bernd.gruebler@vdek.com