Krankenhausplanung

Das Land Niedersachsen ist wie alle Bundesländer nach § 6 Abs. 1 des bundesweit gültigen Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) verpflichtet, einen eigenen Krankenhausplan aufzustellen. Der Plan weist die zur Versorgung der Bevölkerung erforderlichen Kliniken mit Standort, Fachrichtungen, Bettenzahl sowie Funktionseinheiten aus. Die dort aufgeführten Kliniken sind Vertragspartner der gesetzlichen Krankenkassen.

Krankenhausplanungsbehörde ist das Niedersächsische Sozialministerium. Es beteiligt einen Krankenhausplanungsausschusses, dem auch die Verbände der gesetzlichen Krankenkassen angehören. Der Krankenhausplan wird jährlich fortgeschrieben und vom Sozialministerium veröffentlicht.

Notwendige Strukturanpassungen

Die Zahl der Krankenhausbetten ist seit 2000 um mehr als 15 Prozent und damit deutlich stärker gesunken als die Zahl der Häuser. Der Abbau von Überkapazitäten auf diese Weise führt dazu, dass Krankenhäuser und ihre Abteilungen kleiner werden. Eine höhere Qualität und mehr Wirtschaftlichkeit setzen hingegen eine stärkere Konzentration von Versorgungsangeboten an größeren, leistungsfähigen Standorten voraus.

Etwa ab 2014 ist dann allerdings auch ein Trend zu Standortreduzierungen erkennbar. Dazu beigetragen haben wirtschaftlicher Druck auf Klinikträger, aber auch die Diskussionen um notwendige Strukturveränderungen in der Krankenhauslandschaft. Diese Strukturveränderungen sind möglich, ohne den Anspruch auf eine flächendeckende stationäre Versorgung bei guter Erreichbarkeit aufzugeben.

Anzahl Krankenhäuser und Bettenkapazitäten

Krankenhäuser und Bettenkapazität

Entwicklung der Zahl der Betten im Vergleich zur Zahl der Krankenhäuser in Niedersachsen

2000 - 2016

Das Schaubild zeigt die Zerfaserung der Krankenhauslandschaft in Niedersachsen: 106 der 182 Krankenhäuser haben jeweils weniger als 200 Betten. In vielen Regionen bestehen damit nach wie vor Parallelstrukturen kleiner und kleinster Krankenhäuser und Abteilungen. Dabei ist der Versorgungsanteil der kleinen Häuser gerade in der jüngeren Vergangenheit immer weiter gesunken. Gemeinsam halten diese 106 Häuser gerade mal ein knappes Viertel der gesamten Bettenkapazität im Land vor. Der weit überwiegende Teil der Versorgungsleistung wird von den größeren Krankenhäusern erbracht.

Krankenhausbetten in Niedersachsen nach Größenklassen der Häuser

Krankenhausbetten nach Größenklassen der Häuser

Verteilung der Krankenhausbetten in Niedersachsen auf die Häuser

2016

Trends

Die Zahl von Krankenhäusern in öffentlicher Trägerschaft ist seit 2001 von 80 auf 44 deutlich zurückgegangen. Demgegenüber stieg die Anzahl privater Kliniken um 19 an. Weitgehend konstant blieb die Zahl freigemeinnütziger Häuser.

Krankenhäuser nach Trägerschaft in Niedersachsen

Krankenhäuser nach Trägerschaft

Entwicklung der Zahl der freigemeinnützigen, öffentlichen und privaten Häuser im Land

2001 - 2016

Die Zahl der Betten für somatische Behandlungen ist in den vergangenen Jahren aufgrund sinkender Auslastung um nahezu 20 Prozent zurückgegangen. Demgegenüber ist die Zahl der Betten in Psychiatrien und psychosomatischen Einrichtungen um knapp ein Viertel gestiegen. Dieser Zuwachs spiegelt einerseits einen höheren Bedarf, vor allem aber auch das wirtschaftliche Interesse der Einrichtungsträger an einer Ausweitung dieses Sektors wider. Träger scheinen davon auszugehen, gerade in diesem Bereich hohe Gewinnspannen erreichen zu können.

Entwicklung Anzahl Krankenhausbetten in Niedersachsen

Entwicklung Krankenhausbetten

Veränderung in den Bereichen Psychiatrie/ Psychosomatik und Somatik in Niedersachsen

2002 - 2016