Krankenhausfinanzierung

Krankenhäuser finanzieren sich, indem die Krankenkassen für die Behandlung der Patienten aufkommen, die Länder für Bau-, Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.

Landesbasisfallwert

Der Landesbasisfallwert ist seit 2005 Grundlage der Krankenhausfinanzierung. Er entspricht dem rechnerischen Durchschnittspreis aller somatischen Krankenhausbehandlungen und gilt für alle Kliniken im Land gleichermaßen. Zur Abrechnung einer Leistung wird dieser Basiswert mit einem Bewertungsfaktor multipliziert, dessen Höhe sich nach dem Aufwand der jeweiligen Leistung richtet.

Der Landesbasisfallwert wird zwischen den Krankenkassenverbänden und der Krankenhausgesellschaft jährlich neu vereinbart. Er ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Bei der Bemessung werden nicht nur die allgemeine Lohnentwicklung, sondern auch darüber hinausgehende Tarifsteigerungen an den Krankenhäusern sowie Sonderprogramme wie etwa für Pflegekräfte berücksichtigt. Zusätzlich zum Landesbasisfallwert konnten die Krankenhäuser ab 2014 je Leistung einen Versorgungszuschlag in Höhe von 0,8 Prozent abrechnen. Seit 2017 wird dieser als sogenannter Pflegezuschlag krankenhausindividuell fortgeführt.

Seit 2010 sind die Landesbasisfallwerte schrittweise an einen bundesweit geltenden Korridor angeglichen worden. Dieser Prozess hat zu einer Harmonisierung der Preise in den Bundesländern geführt, von der die niedersächsischen Krankenhäuser profitiert haben.

Vergütung der Krankenhäuser: Landesbasisfallwert

Landesbasisfallwert

Entwicklung des Landesbasisfallwerts für Krankenhäuser in Niedersachsen

2005 - 2016

Einnahmen der Krankenhäuser

Der Landesbasisfallwert ist die Preiskomponente für die Einnahmen der Krankenhäuser. Weil auch die Menge der Leistungen als zweite Komponente gestiegen ist, fällt der Anstieg des tatsächlichen Erlösvolumens größer als die Steigung des Landesbasisfallwerts aus. Dieses Erlösvolumen für somatische Behandlungen ist von 2005, dem Beginn der Finanzierung durch Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups – DRG), bis 2015 um rund 34 Prozent (1,73 Milliarden Euro) gestiegen. Die beitragspflichtigen Einnahmen der Krankenkassen als Kostenträger sind in diesem Zeitraum demgegenüber nur um rund 16 Prozent gewachsen.

Zu berücksichtigen ist, dass die tatsächlichen Ausgaben der Krankenkassen noch über den hier dargestellten Werten liegen, weil die Kliniken darüber hinaus weitere, nicht vereinbarte Leistungen erbringen und abrechnen.

 

Einnahmen der Krankenhäuser in Niedersachsen

Erlösvolumen DRG

Entwicklung des Erlösvolumens der Krankenhäuser in Niedersachsen

2005 - 2015

Landesmittel

Während die Krankenkassen für die Behandlungskosten ihrer Versicherten aufkommen, ist das Land für Bau-, Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen der Kliniken zuständig. Dieser Anteil von Landesmitteln am Finanzvolumen der Häuser ist in den vergangenen Jahren tendenziell gesunken und deckt nicht einmal mehr die Hälfte des tatsächlichen Investitionsbedarfs. Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft geht von einem Investitionsstau in Milliardenhöhe aus. Solange das Land seiner Verpflichtung nicht ausreichend nachkommt, sehen sich die Krankenhäuser gezwungen, Investitionsmaßnahmen aus Mitteln für die Patientenbehandlungen und damit zu Lasten der Krankenkassenbudgets zu finanzieren.

Das Land will nunmehr den Investitionsstau mit einem kreditfinanzierten Sondervermögen reduzieren. Das dadurch generierte zusätzliche Investitionsvolumen beträgt rund 600 Millionen Euro. Über eine Laufzeit von 25 Jahren müssen dann jährlich 32 Millionen Euro für den Schuldendienst aufgebracht werden.

 

Krankenhaus-Fördermittel des Landes Niedersachsen

Krankenhaus-Fördermittel des Landes

Anteil der Fördermittel des Landes Niedersachsen am Finanzvolumen der Häuser

1993 - 2015

Ausbildungsfinanzierung

Seit 2006 vereinbaren Krankenkassenverbände und Krankenhausgesellschaft auf Landesebene einen Ausgleichsfonds nach § 17a Abs. 5-6 KHG. Dadurch soll eine Benachteiligung ausbildender Krankenhäuser im Wettbewerb gegenüber nicht ausbildenden Häusern vermieden werden. Der Fonds wird durch einen landesweiten Ausbildungszuschlag je Fall finanziert, der von allen Krankenhäusern in Niedersachsen zu erheben ist. Der Ausbildungszuschlag für das Jahr 2016 beträgt 96,54 Euro (inkl. Ausgleiche) bzw. 97,61 Euro (ohne Ausgleiche) je voll- und teilstationärem Behandlungsfall.

Behandlung von Blutern

Seit 1997 werden die Entgelte für die Behandlung von Blutern in Niedersachsen auf Landesebene vereinbart, mit Einführung der Fallpauschalenfinanzierung als Empfehlung für die örtlichen Vertragsparteien.