Krankenhausfinanzierung

Krankenhäuser finanzieren sich, indem die Krankenkassen für die Behandlung der Patienten aufkommen, die Länder für Bau-, Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.

Landesbasisfallwert

Der Landesbasisfallwert ist seit 2005 Grundlage für die Abrechnung der Patientenbehandlungen. Er entspricht dem rechnerischen Durchschnittspreis aller somatischen Krankenhausbehandlungen und gilt für alle Kliniken im Land gleichermaßen. Zur Abrechnung einer Leistung wird dieser Basiswert mit einem Bewertungsfaktor multipliziert, dessen Höhe sich nach dem Aufwand der jeweiligen Leistung richtet.

Der Landesbasisfallwert wird zwischen den Krankenkassenverbänden und der Krankenhausgesellschaft jährlich neu vereinbart. Er ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Bei der Bemessung werden nicht nur die allgemeine Lohnentwicklung, sondern auch darüber hinausgehende Tarifsteigerungen an den Krankenhäusern sowie Sonderprogramme wie etwa für Pflegekräfte und Hygienemaßnahmen berücksichtigt. Zusätzlich zum Landesbasisfallwert konnten die Krankenhäuser von 2014 bis 2017 je Leistung einen Versorgungszuschlag in Höhe von 0,8 Prozent abrechnen. Seit 2017 wird dieser als sogenannter Pflegezuschlag krankenhausindividuell fortgeführt.

Einnahmen der Krankenhäuser

Der Landesbasisfallwert ist die Preiskomponente für die Einnahmen der Krankenhäuser. Weil auch die Menge der Leistungen als zweite Komponente gestiegen ist, liegt der Zuwachs des tatsächlichen Erlösvolumens der Krankenhäuser über der Steigerung des Landesbasisfallwerts. Dieses Erlösvolumen für somatische Behandlungen ist von 2005, dem Beginn der Finanzierung durch Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups – DRG), bis 2019 um rund 63 Prozent (2,47 Milliarden Euro) gestiegen. Die beitragspflichtigen Einnahmen der Krankenkassen als Kostenträger haben in diesem Zeitraum demgegenüber um 27 Prozent zugenommen.

Zu berücksichtigen ist, dass die tatsächlichen Einnahmen der Krankenhäuser zum Teil deutlich über den hier dargestellten Werten liegen, weil die Kliniken darüber hinaus weitere, nicht vereinbarte Leistungen erbringen und abrechnen.

Einnahmen der Krankenhäuser in Niedersachsen 2005 bis 2019

Erlösvolumen DRG

Entwicklung des Erlösvolumens der Krankenhäuser in Niedersachsen

2005 - 2019

Landesmittel

Während die Krankenkassen für die Behandlungskosten ihrer Versicherten aufkommen, ist das Land für Bau-, Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen der Kliniken zuständig. Dieser Anteil von Landesmitteln am Finanzvolumen der Häuser ist im Laufe der Zeit tendenziell gesunken und deckt nicht einmal die Hälfte des tatsächlichen Investitionsbedarfs. Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft geht von einem Investitionsstau in Milliardenhöhe aus. Solange das Land seiner Verpflichtung nicht ausreichend nachkommt, sehen sich die Krankenhäuser gezwungen, Investitionsmaßnahmen aus Mitteln für die Patientenbehandlungen und damit zulasten der Krankenkassenbudgets zu finanzieren.

Das Land hat 2017 ein kreditfinanziertes Sondervermögen für Investitionsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Mit dem dadurch generierten zusätzlichen Volumen von rund 600 Millionen Euro konnten seit Jahren geplante Maßnahmen durchgeführt werden. Eine nachhaltige Reduzierung oder gar Auflösung des Investitionsstaus ist durch einen solchen Einmaleffekt aber nicht möglich. Dies würde eine dauerhafte und signifikante Anhebung der Landesmittel voraussetzen.

Krankenhaus-Fördermittel des Landes Niedersachsen 1993 bis 2018

Krankenhaus-Fördermittel des Landes

Anteil der Fördermittel des Landes Niedersachsen am Finanzvolumen der Häuser

1993 - 2018