Arzt-Patienten-Kommunikation

Projekt RESIST: Informationsmaterialien zum rationalen Einsatz von Antibiotika weiterhin abrufbar

Die Antibiotikaverordnungen bei akuten Atemwegserkrankungen sind in den vergangenen Jahren im Saarland deutlich zurückgegangen. Eine bessere Kom­munikation zwischen Arzt und Patient, unterstützt durch gezielte Fortbildungen der Ärzte sowie Patienteninformationen wie Flyer, Praxisposter oder einem Infozept (statt Rezept) mit Tipps zum Umgang mit Erkältungskrankheiten, können ent­scheidend dazu beitragen, die Verordnungsrate von Antibiotika bei Atemwegs­erkrankungen zu senken. Auch wenn das Projekt „RESISTenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen“, kurz RESIST, bereits ausgelaufen ist, können saarländische Ärzte weiterhin die Materialen einsetzen.

RESIST-Materialien als Download oder über die KV Saarland erhältlich

Im Saarland haben 209 niedergelassene Ärzte am RESIST-Projekt und der Online-Schulung teilgenommen. Und dies mit Erfolg, denn das Saarland hat im Projektzeitraum mit 18 Prozent den zweit höchsten relativen Rückgang von Antibiotikaverordnungen bundesweit. Für die gezielte Information der Patienten über den sinnvollen Einsatz von Antibiotikum haben die am Projekt teilnehmenden Ärzte die RESTIST-Flyer und das Infozept genutzt. Diese Materialien stehen nun allen interessierten Ärzten und Praxen zur Verfügung und können unter https://www.vdek.com/LVen/SAA/fokus/RESIST heruntergeladen oder über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Saarland unter info@kvsaarland.de kostenfrei bestellt werden.

Aufklärung über Antibiotika auch in Pandemiezeiten wichtig

„Die Vermeidung von Resistenzen bei Antibiotika ist und bleibt ein entscheidendes Thema. Auch heute noch sind Antibiotika unsere beste Waffe gegen bakterielle Erkrankungen. RESIST hat gezeigt, wie wichtig die Arzt-Patienten-Kommunikation ist und was durch eine gezielte Information über den Arzt erreicht werden kann. Daher ist es sinnvoll, wenn alle saarländischen Ärzte die Möglichkeit erhalten, die erprobten Materialien zu nutzen. Egal ob als Download oder über die KV Saarland, alle Ärzte können nun die RESIST-Materialien in ihrer Praxis einsetzen“, erklärt Martin Schneider, Leiter der vdek-Landesvertretung Saarland.

Dr. Joachim Meiser, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, hob die hohe Akzeptanz der beteiligten Ärzte im Saarland hervor. „Bei RESIST handelt es sich um das bisher größte, unter realen Versorgungsbedingungen umgesetzte Projekt. Es ist sowohl bei den beteiligten Ärzten als auch bei den medizinischen Fachange­stellten im Saarland auf große Akzeptanz gestoßen. Die Corona-Pandemie macht noch einmal deutlich, wie wichtig der Ansatz von RESIST ist. In vielen Ländern ist es gerade zu Beginn der virusbedingten Corona-Pandemie zu einem irrationalen Anstieg von Antibiotikaverordnungen gekommen. Dies zeigt, dass die Materialien eine hohe Aktualität besitzen und weiterhin in saarländischen Praxen genutzt werden sollten.“

Informationen und Ergebnisse des RESIST-Projekts im Saarland

Alle Ergebnisse zum Innovationsfondsprojekt, die RESIST-Materialien und weitergehende Informationen sind auf der Fokus-Seite der vdek-Landesvertretung unter https://www.vdek.com/LVen/SAA/fokus/RESIST.html zu finden. In der Anfang des Jahres neu eingerichteten Rubrik „Fokus“ informiert der vdek über aktuelle Themen rund um das Gesundheitswesen im Saarland.

 

Kontakt

Angela Legrum
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Saarland

Tel.: 06 81 / 9 26 71 - 17
E-Mail: angela.legrum@vdek.com