Patientensteuerung, Qualität in der Gesundheitsversorgung und Patientensicherheit bilden zentrale Elemente eines modernen Gesundheitssystems und sind eng miteinander verknüpft. Zur besseren Ausgestaltung eines sicheren und effektiven Behandlungsprozessen sowie einer sektorenverbindenden Versorgung und einer leistbaren Rollenverteilung zwischen Patienten und Gesundheitsakteuren, werden derzeit verschiedene Ansätze diskutiert. Zum heutigen Neujahrsforum 2026 der vdek-Landesvertretung Sachsen wurden u. a. Antworten auf die Frage „Wie kann der sächsische Gesundheitssektor zukunftsfest weiterentwickelt werden?“ gesucht und gefunden.
Perspektive aus Bund und Land in der Podiumsdiskussion
Wie gelingt die kluge Organisation von Versorgungspfaden, die Zugang zu bedarfsgerechten Angeboten ermöglichen - abseits von Über-, Unter- und Fehlversorgung? Inwiefern verfügen wir über vielversprechende Strategien, die die Beteiligung und Orientierung an Patientenbedürfnissen als Voraussetzung für eine sichere und hochwertige Versorgung schon jetzt priorisieren? Dazu diskutierten auf dem Podium Nora Seitz (Mitglied im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages), die stellvertretende Ministerpräsidentin und sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping, die Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) Ulrike Elsner, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen Dr. Stefan Windau und Erkan Ertan (Leiter des Arbeitsstabs des Patientenbeauftragten) – moderiert von Diana Smikalla.
Petra Köpping (Stellvertretende Ministerpräsidentin und Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt): „Für eine hochwertige Gesundheitsversorgung sind eine verlässliche Koordination, höchste Qualitätsstandards sowie eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten unverzichtbar. Gemeinsames Ziel aller Akteure des Gesundheitswesens muss daher sein, sektorenübergreifende Strukturen zu schaffen und zu stärken, Behandlungsabläufe zu vereinfachen, Doppelstrukturen zu vermeiden und eine nahtlose Betreuung aller Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Nur wenn alle Akteure zusammenwirken, können wir die medizinische Versorgung nachhaltig entwickeln – und so das Vertrauen in unsere hervorragende Gesundheitsversorgung sichern. Wir stehen gemeinsam für eine Gesundheitsversorgung ein, die verlässlich an höchsten Standards ausgerichtet und dabei jederzeit menschlich ist – heute und in Zukunft.“
Mut, Kultur der Offenheit und digitale Innovation als Chance zur Verbesserung
Silke Heinke, Leiterin der vdek-Landesvertretung Sachsen resümiert: „Die gesundheitssektoralen Versorgungsstrukturen sind unter Druck geraten. Zunehmend knappe Ressourcen machen deutlich, wie wichtig es ist, neue Wege zu denken. Dabei können Telemedizin, sektorenverbindende Versorgung, regionale Gesundheitszentren dazu beitragen, unseren sächsischen ländlichen Raum lebenswert zu halten. Neben verlässlichen Rahmenbedingungen, digitaler Innovation und klaren Strukturen, brauchen wir eine Kultur der Offenheit – einer Kultur, in der Fehler erkannt, analysiert und als Chance zur Verbesserung genutzt werden. Ich bin überzeugt: Nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir die Gesundheitsversorgung zukunftsfest gestalten. Das fordert einerseits Mut zur Veränderung, aber auch andererseits die Bereitschaft, voneinander zu lernen – und das über Systemgrenzen hinweg.“
Hintergrund vdek-Neujahrsforum
Beim alljährlichen Forum des Ersatzkassenverbandes treffen sich Vertreter:innen von Krankenkassen, Krankenhäusern, Ärzt:innen und Politik, um über aktuelle Themen der Gesundheitsversorgung zu diskutieren. Am 09.01.2026 fand die Veranstaltung im Deutschen Hygiene-Museum Dresden unter Beteiligung von rund 90 Teilnehmenden statt.
Kontakt
Anke Weber
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen
Tel.: 03 51 / 8 76 55 37
E-Mail: anke.weber@vdek.com