Pflege

Sachsen ist eines der ältesten Bundesländer – zumindest aus demographischer Sicht. Lag 1990 das Durchschnittsalter der Sachsen noch bei 39,4 Jahren, so erreichte es 2015 bereits 46,6 Jahre. In Sachsen geht die Zahl der Einwohner zurück, zugleich erreichen immer mehr Menschen das höhere Lebensalter. Zählten 1990 die Statistiker rund 71.000 Über-85-Jährige, umfasste diese Altersgruppe 2015 etwa 137.000 Menschen. Weil mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit steigt, werden immer mehr Menschen in Sachsen pflegebedürftig.

Zahlen und Fakten

Da die jetzige Pflegestatistik erst 1999 eingeführt wurde, ein Blick auf das letzte Jahrzehnt: 2001 gab es rund 119.000 Pflegebedürftige im Freistaat, 2015 waren es bereits 167.000. Vor diesem demographischen Hintergrund hat der Stellenwert der Pflege als versorgungspolitisches Thema stark an Bedeutung gewonnen.

Wenngleich der überwiegende Teil der Pflegebedürftigen ältere Menschen sind, kann Pflegebedürftigkeit jede Altersgruppe treffen. Umfassende Versorgung benötigen beispielsweise auch Wachkomapatienten oder schwerbehinderte Kinder.

Der größte Teil der Pflegebedürftigen in Sachsen wird durch Angehörige gepflegt – rund 41 Prozent der Pflegebedürftigen erhielten 2015 Geldleistungen. Die übrigen bezogen Sachleistungen – 29 Prozent der Pflegebedürftigen wurden stationär gepflegt, 30 Prozent ambulant.

Perspektiven

In den nächsten Jahren wird die sächsische Bevölkerung weiter altern. Damit wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen weiter wachsen. Prognosen rechnen für 2030 mit 210.000 pflegebedürftigen Menschen im Freistaat.