Broschüre – Ausgewählte Basisdaten des Gesundheitswesens in Sachsen 2025/2026
Die vdek-Landesvertretung legt in der 3. Auflage eine kompakte Übersicht von Gesundheitsdaten zu Sachsen vor.
Die Themenkomplexe Patientensteuerung, Qualität in der Gesundheitsversorgung und Patientensicherheit bilden zentrale Elemente eines leistungsfähigen Gesundheitssystems und sind eng miteinander verknüpft. Schnittstellen bestehen insbesondere bei der Ausrichtung auf den konkreten Versorgungsbedarf vor Ort, der Gestaltung sicherer und effektiver Behandlungsprozesse sowie bei der sektorenverbindenden Versorgung und der Rollenverteilung zwischen Patienten und Gesundheitsakteuren.
Gerade in Sachsen ist es wichtig, Versorgung regional zu denken: wohnortnah, verlässlich und vernetzt. Der ländliche Raum prägt Sachsen - und stellt die gesundheitliche Versorgung vor besondere Herausforderungen. Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und große Entfernungen zwischen Versorgungsangeboten machen deutlich: Gute Gesundheitsversorgung vor Ort ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine zentrale gesundheitspolitische Gestaltungsaufgabe. Mit Blick auf den Entwicklungstrend in der sächsischen Gesundheitsversorung wird deutlich, dass Sachsen vor einem entscheidenden Wendepunkt steht:
Die vdek-Landesvertretung legt in der 3. Auflage eine kompakte Übersicht von Gesundheitsdaten zu Sachsen vor.
Qualität ist der entscheidende Anspruch von allem. Sie entscheidet, ob eine Behandlung erfolgreich, sicher und wirtschaftlich ist. Qualität ist messbar, aber auch spürbar – in der Haltung derjenigen, die im Gesundheitswesen Verantwortung tragen.
Aktuell wird unter dem Stichwort Patientensteuerung in Deutschland vor allem diskutiert, wie Patienten besser durch das komplexe Gesundheitssystem gelenkt werden können, um die Versorgung bedarfsgerecht, effizient und patientenzentriert zu gestalten. Fakt ist:
Zusammenfassend steht die Patientensteuerung aktuell in Deutschland im Fokus als Ansatz, die Versorgung effizienter zu gestalten, Überlastungen zu reduzieren und den Zugang zu passgenauen Versorgungsangeboten durch Digitalisierung, Hausarztzentrierung und sektorenübergreifende Koordination zu verbessern. Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat hiefür zwei konkrete Konzepte erarbeitet:
Kurzpapier des vdek vom September 2025
Gut gesteuert - besser versorgt: Ersatzkassen stellen Konzept "Persönliches Ärzteteam" vor
Patientensicherheit beginnt mit funktionierenden Strukturen, klaren Abläufen und gut ausgebildetes Personal. Sie lebt von einer Kultur der Offenheit – einer Kultur, in der Fehler erkannt, analysiert und als Chance genutzt werden. Demnach steigern eine gelebte Fehlerprävention, ein effektives Risikomanagement und transparente Strukturen die Versorgungsqualität und schützen folglich die Patientinnen und Patienten aktiv. Patientinnen und Patienten haben ein Recht auf eine Versorgung, die sich an den jeweils anerkannten medizinischen Standards und gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert. Erfolgt eine Behandlung nicht entsprechend der zum Zeitpunkt geltenden fachlichen Maßstäbe, spricht man von einem Behandlungsfehler. Solche Fehler können in allen Phasen der medizinischen und pflegerischen Versorgung auftreten – angefangen bei Untersuchung und Diagnosestellung über die Aufklärung bis hin zur Therapie. Der Medizinische Dienst Bund legt mit seiner jährlichen Statistik zur Behandlungsfehler-Begutachtung der Gemeinschaft der Medizinischen Dienste dar, wie es um die Patientensicherheit in Deutschland steht. Die Jahresstatistik 2024 (Behandlungsfehler-Begutachtung der Gemeinsachft der Medizinischen Dienste - Jahresstatistik 2024) zeigt folgende gutachterliche Ergebnisse:
Vor diesem Hintergrund ist es ein zentrales gesundheitspolitisches Anliegen, Behandlungsfehler gezielt und strukturiert zu vermeiden. Auch wenn sich nicht jeder Fehler verhindern lässt, müssen nachhaltige und systematische Präventionsansätze dazu beitragen, Schäden für Patientinnen und Patienten so weit wie möglich zu reduzieren. Eine wirksame Stärkung der Patientensicherheit erfordert zudem einen grundlegenden Wandel der Sicherheitskultur im Gesundheitswesen. Entscheidend sind dabei Offenheit, Transparenz und die konsequente Nutzung von Fehlern als Lernchance. Gesundheitsfachkräfte brauchen geschützte Rahmenbedingungen, um kritische Ereignisse offen melden zu können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Nur auf dieser Grundlage lassen sich strukturelle Schwächen erkennen und dauerhaft beheben.
Die Ersatzkassen haben 2024 ein anonymes, freiwilliges und sanktionsfreies Berichtswesen für kritische Ereignisse im Zusammenhang mit der Patientenversorgung etabliert – namens CIRS. CIRS steht dabei für Critical Incident Reporting-System und hat zum Ziel, kritische Ereignisse durch das Berichten in ein Datenbank-System systematisch zu erfassen, sichtbar zu machen und gemeinsam aus diesen Ereignissen zu lernen.
Erfahren Sie mehr über das Meldesystem CIRS. Mehr
Patientenorientierung bedeutet, den Menschen nicht nur als „Fall“, sondern als Partner im Behandlungsprozess zu begreifen. Es geht darum, Behandlungsentscheidungen gemeinsam zu treffen, Zugänge zu erleichtern und Informationen verständlich bereitzustellen – digital wie analog. Der Schlüssel für eine bessere Versorgung kann in der Stärkung der individuellen und der organisationalen Gesundheitskompetenz liegen. Die Welt ist voller Gesundheitsinformationen – ein kompetenter Umgang damit wird immer wichtiger, indes wir von einer partizipativen Entscheidungsfindung (Stichwort: Shared Decision Making) ausgehen.
Gesundheitskompetenz als Schlüssel für eine bessere Versorgung. Ein Beitrag zum Umgang mit Gesundheitsinformationen. Mehr
Am 09.01.2026 veranstaltete die vdek-Landesvertretung Sachsen im Marta-Fraenkel-Saal des Deutschen Hygiene-Museums Dresden das alljährliche Neujahrsforum zum Thema: Gesundheit steuern - Vertrauen sichern. Koordination, Qualität und Patientenorientierung in der Versorgung. Diana Smikalla moderierte unter Beteiligung von rund 90 Teilnehmenden souverän und regte die Podiumsdiskutant:innen intensiv an, u. a. zu folgenden Fragen zu diskutieren: Wie gelingt die kluge Organisation von Versorgungspfaden, die Zugang zu bedarfsgerechten Angeboten ermöglichen - abseits von Über-, Unter- und Fehlversorgung? Inwiefern verfügen wir über vielversprechende Strategien, die die Beteiligung und Orientierung an Patientenbedürfnissen als Voraussetzung für eine sichere und hochwertige Versorgung schon jetzt priorisieren?
An der Podiumsdiskussion - moderiert von Diana Smikalla - beteiligten sich hochkarätige Vertreter_innen von Bundes- und Landesebene: