Thüringer Osteoporose-Patienten, die auf Medikamente angewiesen sind, können ab dem 1. April 2026 ein neues, strukturiertes Behandlungskonzept in Anspruch nehmen: Das Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose ermöglicht Betroffenen eine leitliniengerechte, sektorenübergreifende Versorgung auf hohem Qualitätsniveau. Vertragspartner sind die gesetzlichen Krankenkassen in Thüringen sowie die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen.
Die Teilnahme steht Frauen ab der Vollendung des 50. Lebensjahres sowie Männern ab der Vollendung des 60. Lebensjahres offen, sofern eine gesicherte Osteoporose-Diagnose vorliegt und eine medikamentöse Therapie notwendig ist.
Mehr Versorgungsqualität, bessere Lebensqualität
Mit dem neuen Programm werden Patientinnen und Patienten engmaschig von Haus- und Fachärzten betreut. Ziel ist es, Frakturen und Stürze zu verhindern, Schmerzen zu reduzieren, Mobilität zu erhalten sowie die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Neben regelmäßiger medizinischer Dokumentation und Schulung erhalten die Teilnehmenden einen maßgeschneiderten Therapieplan, der auch nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Sturzprophylaxe, Bewegungstraining und Ernährungsberatung integriert.
Kontinuität in der Versorgung
Mit dem neuen DMP Osteoporose wächst das Angebot strukturierter Behandlungsprogramme in Thüringen auf insgesamt sieben Erkrankungen. Damit stärken die gesetzlichen Krankenkassen gemeinsam mit der KV Thüringen die Versorgung chronisch erkrankter Menschen im Freistaat und schaffen verlässliche Strukturen für eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe Behandlung.
Robert Schöning, Leiter der vdek-Landesvertretung Thüringen, stellvertretend für die gesetzlichen Krankenkassen in Thüringen: „Osteoporose betrifft in Thüringen über 80.000 Menschen – so leidet zum Beispiel jede fünfte Frau über 60 Jahren daran. Mit dem neuen DMP Osteoporose zeigen wir, dass wir für unsere Versicherten Verantwortung übernehmen. Wir kümmern uns gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten darum, dass chronisch Erkrankte die bestmögliche Versorgung erhalten.“
Dr. Annette Rommel, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen: „Heutzutage wird viel über Patientensteuerung geredet. Schon heute haben wir sehr gute Beispiele dafür, wie das funktioniert: DMP führen die Patienten auf einem definierten und strukturierten Behandlungspfad. Patienten erhalten eine moderne Therapie ihrer Erkrankung, indikations- und leitliniengerecht. Dabei verfolgen wir Ärzte immer das Ziel, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.“
Kurz & kompakt
Osteoporose:
- im Volksmund „Knochenschwund“, weit verbreitete Stoffwechselerkrankung,
- erhöhte Knochenbruchgefahr, weil im Krankheitsverlauf die Knochenmasse abnimmt und die Knochenstruktur geschädigt wird
Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose
- Teilnahmevoraussetzungen: Frauen ab 50, Männer ab 60, Diagnose einer medikamentös behandlungsbedürftigen Osteoporose
- Start: Patiententeilnahme ab 1. April 2026 möglich
- Leistungen: Leitliniengerechte medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapie, strukturierte Betreuung, Patientenschulungen, dokumentierte Qualitätssicherung
- Teilnehmende Ärzte: Als koordinierende Ärzte versorgen die Hausärztinnen und Hausärzte die Osteoporose-Patienten. Im fachärztlichen Bereich behandeln Fachärztinnen und Fachärzte für Orthopädie bzw. Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Fachärztinnen und Fachärzte, die zusätzlich über eine Qualifikation oder Zusatzweiterbildung für osteologische Erkrankungen verfügen.
Kontakt
Anne Osterland
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Thüringen
Tel.: 03 61 / 4 42 52 - 27
E-Mail: Anne.Osterland@vdek.com