Krankenhausfinanzierung in Bayern

Die wirtschaftliche Sicherung der Krankenhäuser in Deutschland erfolgt im Rahmen einer dualen Finanzierung: Die laufenden Betriebskosten werden von den Krankenkassen übernommen. Für die Investitionskosten stellen die Bundesländer Fördermittel zur Verfügung.

Investitionskosten

Es ist eine originäre Aufgabe des Landes, die Investitionsbedarfe der Kliniken für Bau-, Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen zu decken. Für 2018 werden den Krankenhäusern vom Freistaat Bayern 643,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Da die bereitgestellten Mittel die Investitionskosten nicht decken, gehen die Krankenhäuser dazu über, erhebliche Teile ihrer Sanierungsmaßnahmen aus Mitteln für die Patientenbehandlungen und damit zu Lasten der Krankenkassenbudgets zu finanzieren.

Betriebskosten

Seit dem Jahr 2005 erfolgt die Abbildung der Betriebskosten im somatischen Krankenhaussektor über ein pauschalierendes Vergütungssystem, das die Kosten eines Klinikaufenthaltes an die Behandlungsdiagnose koppelt (diagnose-bezogenes Entgeltsystem, Diagnosis Related Group (DRG)-Vergütung). Kern der DRG-Vergütung ist der Fallpauschalenkatalog. Er enthält rund 1.200 abrechenbare Fallpauschalen. Das komplexe Behandlungsgeschehen kann damit mit hoher Transparenz abgebildet werden.

In der Psychiatrie und Psychosomatik gilt seit Inkrafttreten des PsychEntgG in 2013 ein eigenes Abrechnungssystem, das sog. PEPP-System. Zuletzt wurden im Zuge des Erlasses des PsychVVG wesentliche Systembestandteile verändert und neu gestaltet. Im Jahr 2018 muss jedes psychiatrische und psychosomatische Krankenhaus bzw. jede Einrichtung einer entsprechenden Fachabteilung auf das neue Vergütungssystem umsteigen. Zunächst erfolgt eine budgetneutrale Einführung bis zum Ablauf des Jahres 2019. Die ökonomische Wirkung entfaltet das neue System damit ab dem Jahr 2020.

Landesbasisfallwert

Die Grundlage für die Abrechnung der Krankenhäuser bildet der sogenannte Basisfallwert, der dem rechnerischen Durchschnittspreis aller somatischen Krankenhausfälle entspricht und für alle Kliniken im Land einheitlich gilt. Zur Abrechnung einer akutstationären Behandlungsleistung wird der Landesbasisfallwert mit der Bewertungsrelation der jeweiligen DRG (ökonomischer Schweregrad eines medizinischen Falles) multipliziert. Der Landesbasisfallwert wird zwischen den Krankenkassenverbänden und der Krankenhausgesellschaft jährlich neu vereinbart.

Der Landesbasisfallwert 2018 in Bayern beträgt 3.450,43 Euro und hat sich seit 2005 wie nachstehend dargestellt entwickelt.

Jahr LBFW in Euro Änderung in Prozent
2005 2.710,50 ./.
2006 2.737,07 0,98
2007 2.787,19 1,83
2008 2.806,14 0,68
2009 2.935,49 4,61
2010 2.982,50 1,60
2011 2.982,60 0,00
2012 3.036,02 1,79
2013 3.090,00 1,78
2014 3.188,00 3,17
2015 3.257,00 2,16
2016 3.312,00 1,69
2017 3.365,00 1,60
2018 3.450,43 2,54

Das Ausgabenvolumen der gesetzlichen Krankenversicherung für Krankenhäuser in Bayern ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – 2005 betrug es rund 6 Milliarden Euro über die DRGs. Zwischenzeitlich beläuft sich das Gesamtbudget auf rund 10,96 Milliarden Euro. Damit ist die stationäre Versorgung der größte Ausgabenblock im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung.

Ausbildungsfinanzierung

Seit 2006 vereinbaren die Krankenkassenverbände mit der Bayerischen Krankenhausgesellschaft auf der Rechtsgrundlage des § 17a Abs. 5-6 KHG einen Ausgleichsfonds. Dadurch sollen Benachteiligungen ausbildender Krankenhäuser gegenüber Nichtausbildungsbetrieben vermieden werden. Die Finanzierung des Fonds erfolgt über einen bayernweit von allen Krankenhäusern zu erhebenden Ausbildungszuschlag. Für das Jahr 2018 beträgt dieser Zuschlag 78,18 Euro je voll- und teilstationärem Behandlungsfall.