Bayerisches Krebsregister

Die klinische Krebsregistrierung in Bayern lag bislang in der Verantwortung von sechs regional zuständigen und voneinander unabhängigen Krebsregistern. Diese Register befanden sich in der Trägerschaft von Universitätskliniken bzw. großen kommunalen Krankenhäusern der Maximalversorgungsebene. Mit Inkrafttreten des Bayerischen Krebsregistergesetzes (BayKRegG) am 1.4.2017 wurde die Zuständigkeit und Verantwortlichkeit für die klinische Krebsregistrierung gemäß § 65c SGB V in Bayern neu geordnet. Die Aufgaben der klinischen und epidemiologischen Krebsregistrierung obliegen nun einem Zentralen Bayerischen Krebsregister unter der Trägerschaft des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Die sechs bisherigen klinischen Krebsregister werden als Regionalzentren des Bayerischen Krebsregisters geführt. Damit wird auf bestehende Strukturen aufgesetzt und sichergestellt, dass die vorhandene Expertise erhalten bleibt.

Gemäß dem Krebsfrüherkennungs- und registergesetz (KFRG), mit dem die Regelung des § 65c in das SGB V eingeführt wurde, ist die finanzielle Förderung der klinischen Krebsregister durch die Krankenkassen an die Erfüllung bestimmter qualitativer Anforderungskriterien gebunden. Nach den Vorgaben des KFRG hat der GKV-Spitzenverband hier einen Katalog mit 43 Anforderungskriterien entwickelt. Die Erfüllung dieser Kriterien ist grundsätzlich ab 1.1.2018 Voraussetzung für eine weitere Finanzförderung.

Erwartungsgemäß ergeben sich aus den beschriebenen Umstrukturierungen des Bayerischen Krebsregisters unterschiedliche strukturelle, organisatorische und prozessuale Schwierigkeiten, die sich auch auf die Erfüllung und die Überprüfung der Erfüllung der Förderkriterien des GKV-Spitzenverbandes gemäß § 65c Abs. 4 SGB V auswirken. Dennoch gehen die Ersatzkassen in Bayern davon aus, dass das Bayerische Krebsregister innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Übergangsfristen sämtliche Förderkriterien erfüllen wird und so einen wertvollen Beitrag zur Versorgung der Krebspatienten in Bayern leisten kann.