In Bremen und Bremerhaven stehen insgesamt 4.146 Krankenhausbetten zur Verfügung. Patientinnen und Patienten verbringen dort im Durchschnitt 6,7 Tage. 123 Apotheken versorgen im Land Bremen jeweils rund 5.731 Einwohnerinnen und Einwohner, und das durchschnittliche Alter der Ärztinnen und Ärzte liegt bei 54,7 Jahren. Diese und viele weitere Kennzahlen zum Gesundheitswesen in Deutschland und seinen 16 Bundesländern enthält die aktuelle Ausgabe der „Basisdaten 2026/27“, die der Verband der Ersatzkassen (vdek) jetzt veröffentlicht hat.
Gesetzliche Krankenversicherung finanziell unter massivem Druck
Die neuen Basisdaten machen vor allem eines deutlich: Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist so angespannt wie nie zuvor. Für das Jahr 2026 rechnet der vdek mit einer Lücke der GKV zwischen Einnahmen (ohne Zusatzbeitrag) und Ausgaben von 81,5 Milliarden Euro.
Torsten Barenborg, Leiter der vdek-Landesvertretung Bremen, erklärt dazu:
„Die gesetzliche Krankenversicherung muss dringend langfristig stabilisiert werden. Die FinanzKommission Gesundheit hat vor wenigen Wochen 66 gut durchdachte Maßnahmen vorgeschlagen. Der jetzt vorliegende Kabinettsentwurf für das Beitragsstabilisierungsgesetz bleibt jedoch deutlich hinter diesen Empfehlungen zurück. Besonders kritisch ist, dass der unzureichende Bundeszuschuss für versicherungsfremde Leistungen dauerhaft gekürzt werden soll – und das auf dem Rücken der Versicherten.“
Zentrale Kritikpunkte am Kabinettsentwurf
Der vdek begrüßt es, dass die Bundesregierung nun endlich Maßnahmen ergreift, sieht im Kabinettsentwurf zum Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung vom 29. April jedoch noch deutliche Schwächen. Besonders kritisch bewertet werden:
- Kostenübernahme für Bürgergeldempfangende: Statt einer bedarfsnotwendigen Summe von rund 12 Milliarden Euro pro Jahr sind lediglich 250 Millionen Euro vorgesehen.
- Allgemeiner Bundeszuschuss: Diesen will die Bundesregierung dauerhaft um 2 Milliarden Euro kürzen.
- Pharmaindustrie: Sie wird aus Sicht des vdek nicht angemessen an der Stabilisierung der GKV-Finanzen beteiligt.
„Mit diesem Entwurf wird das Ziel einer klar einnahmenorientierten Ausgabenpolitik verfehlt“, so Barenborg weiter. „Wir setzen darauf, dass das parlamentarische Verfahren noch Verbesserungen im Sinne der gesetzlich Versicherten bringt.“
30 Jahre Basisdaten: Kompakter Überblick über das Gesundheitswesen
Die vdek-Basisdaten erscheinen in diesem Jahr bereits zum 30. Mal. Das Nachschlagewerk ist übersichtlich in die Kapitel Bevölkerung, Versicherte und Krankenkassen, Finanzierung, Versorgung sowie soziale Pflegeversicherung gegliedert. Mit zahlreichen Diagrammen, Tabellen und Grafiken bieten die Basisdaten einen kompakten und anschaulichen Überblick über demografische Entwicklungen, die medizinische Versorgung in Deutschland und die Struktur der Gesundheitsausgaben.
Die Broschüre gibt es kostenfrei und digital auf www.vdek.com/basisdaten.
Kontakt
Christiane Rings
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Bremen
Tel.: 04 21 / 1 65 65 - 76
E-Mail: christiane.rings@vdek.com
und
Birgit Tillmann
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Bremen
Tel.: 04 21 / 1 65 65 - 84
E-Mail: birgit.tillmann@vdek.com