Qualitätssicherung

Qualitätssicherung im Krankenhaus

Erfolgreiche Behandlungen im Krankenhaus erfordern eine patienten- und bedarfsgerechte, fachlich qualifizierte Versorgung auf hohem Leistungsniveau. Zudem muss diese Leistung wirtschaftlich erbracht werden, um allen Versicherten/Patienten dauerhaft offen zu stehen. Der vdek setzt sich seit vielen Jahren kontinuierlich für mehr Behandlungs- und Versorgungsqualität für die Versicherten ein. Weitere Informationen zur Qualitätssicherung in Krankenhäusern auf Bundesebene finden Sie hier.

Qualitätssicherung in Hessen

Bis zum 31.12.2021 wurde die Erarbeitung, Durchführung und Ausführung externer Qualitätssicherungsmaßnahmen von der Geschäftsstelle Qualitätssicherung in Hessen (GQH) wahrgenommen, die von den Landesverbänden der Krankenkassen und der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) im Jahr 1995 gegründet wurde.  

Die GQH wurde zum 01.01.2022 in die Landesarbeitsgemeinschaft Qualitätssicherung Hessen (LAGQH) überführt. Ihre Träger sind neben den Landesverbänden der Krankenkassen und der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) ferner die Kassenärztliche Vereinigung (KVH) sowie die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZVH).

Rechtliche Grundlage für die Arbeit der Geschäftsstelle der LAGQH sowohl für Krankenhäuser als auch für den niedergelassenen Bereich bildet die seit 01.01.2019 bestehende Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL). Diese gilt für einrichtungsübergreifende Verfahren und basiert auf Daten, die zu Qualitätssicherungszwecken verarbeitet werden und die sektorspezifisch oder sektorenübergreifend ausgestaltet sein können.

Die Aufgaben der Geschäftsstelle der LAGQH sind in § 6 der DeQS-RL sowie in den Landesvereinbarungen festgehalten. Hierzu gehören u. a.:

  • Datenannahme (von Krankenhäusern)
  • Datenauswertungen (nur für Landesverfahren) und ergänzende Auswertungen
  • Entwicklung von Qualitätsindikatoren (nur für Landesverfahren)
  • Bewertung der Auffälligkeiten, Feststellung der Notwendigkeit und Einleitung sowie Durchführung der qualitätsverbessernden Maßnahmen
  • Erstellung und Übermittlung von Qualitätssicherungsergebnisberichten
  • Information und Beratung der Leistungserbringer*innen
  • Durchführung der Datenvalidierung
  • Förderung des Austausches der Leistungserbringer*innen untereinander über qualitätsverbessernde Maßnahmen
  • laienverständliche Information der Öffentlichkeit über die Ergebnisse der Maßnahmen der Qualitätssicherung in ihrem Zuständigkeitsbereich
  • Umsetzung von Aufgaben zum strukturierten Qualitätsbericht.

MRE-Projekt

Nosokomiale Infektionen (NI) sind in Deutschland trotz eines hochentwickelten Gesundheitssystems ein relevantes Risiko für Patienten und eine Herausforderung an die klinische Hygiene sowie den Infektionsschutz. Unter diesen bei einem Krankenhausaufenthalt erworbenen Infektionen stehen die Multiresistenten Erreger (MRE) besonders im Fokus.

In Hessen wird jährlich bei über 20.000 Krankenhauspatienten eine entsprechende Diagnose festgestellt. Nach übereinstimmender Expertenmeinung sind in Deutschland etwa 20% bis 30% aller NI vermeidbar. Für die Patienten stellt eine Infektion sowohl eine körperliche als auch eine psychische Belastung dar. I.ü. ist die Behandlung von infizierten Patienten für die Krankenhäuser aufwändig und kostenintensiv.

Gemeinsam mit der Hessischen Krankenhausgesellschaft und der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen (GQH) hatte die GKV unter Einbindung des HMSI ein Konzept zur Durchführung eines Qualitätssicherungsprojektes zur „Analyse der MRE-Prävalenz sowie Maßnahmen zur Reduktion nosokomialer Infektionen durch MRE in hessischen Krankenhäusern“ entwickelt, deren flächendeckende Umsetzung des Projektes seit 01.07.2017 erfolgt. 

Ziel des Projektes ist es, mögliche Ursachen der Verbreitung von MRE zu identifizieren und Transparenz darüber zu schaffen, welche Ursachen vom Krankenhaus beeinflusst werden können und welche ggf. von anderer Seite beseitigt werden müssen.

Der bisherige Verlauf des Projektes wird von den Vertragspartnern allseits positiv bewertet. Ein wesentliches Kriterium hierfür ist u. a. die Akzeptanz und rege Beteiligung der Krankenhäuser. Durch sogenannte „Strukturierte Dialoge“ mit statistisch auffälligen Kliniken ergeben sich außerdem wichtige Erkenntnisse in Sachen Patientenschutz beim Umgang mit Infektionen.

Um die Nachhaltigkeit der eingeleiteten Maßnahmen weiter zu verfolgen, wurde das Projekt bis zum 30.06.2026 verlängert und seit Jahresbeginn 2022 von der Geschäftsstelle der LAGQH koordiniert. Dabei werden auch wesentliche Forderungen der EK und des vdek, die sich intensiv für Qualitätssicherungsmaßnahmen einsetzen, aufgegriffen, umgesetzt o.ä..

 

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an uns wenden. Ansprechpartner für Fragen zur Qualitätssicherung ist:

Christian Nyhuis

Walter-Kolb-Str. 9-11
60594 Frankfurt

Tel.: 069/96 21 68 41
Fax: 069/96 21 68 90

christian.nyhuis@vdek.com