Qualitätssicherung

Qualitätssicherung im Krankenhaus

Erfolgreiche Behandlungen im Krankenhaus erfordern eine patienten- und bedarfsgerechte, fachlich qualifizierte Versorgung auf hohem Leistungsniveau. Zudem muss diese Leistung wirtschaftlich erbracht werden, um allen Versicherten/Patienten dauerhaft offen zu stehen. Seit 2005 sind Krankenhäuser gesetzlich verpflichtet, regelmäßig strukturierte Qualitätsberichte im Internet zu veröffentlichen. Diese sollen der Information von Patientinnen und Patienten sowie der einweisenden Ärztinnen und Ärzte dienen. Im vdek-Kliniklotsen können die Qualitätsberichte eingesehen werden.

Das Fazit einer 2013 vom vdek in Auftrag gegebenen Studie des IGES Instituts lautet, dass die Umsetzung von drei Prinzipien zu einer verbesserten Qualität in deutschen Krankenhäusern beitragen könnte.

Seit 2016 hat durch das Krankenhausstrukturgesetz eine weitere Qualitätsorientierung im stationären Gesundheitssektor eingesetzt, die wesentliche Teile der vorgenannten Prinzipien aufgreift. Der vdek setzt sich für die Umsetzung dieser Prinzipien und für mehr Behandlungs- und Versorgungsqualität der Versicherten ein.

Weitere Informationen zur Qualitätssicherung in Krankenhäusern auf Bundesebene finden Sie hier.

 

Qualitätssicherung in Hessen

Bereits 1995 wurde die Geschäftsstelle Qualitätssicherung in Hessen (GQH) von den Landesverbänden der Krankenkassen und der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) gegründet. Ziel der GQH ist die Erarbeitung, Durchführung und Ausführung externer Qualitätssicherungsmaßnahmen.

Dazu gehören im Wesentlichen folgende Aspekte:

  • Schaffung und Aufrechterhaltung einer Informations- und Beratungsplattform für die an den Qualitätssicherungsmaßnahmen beteiligten Krankenhäuser
  • Annahme und Bearbeitung der Datensätze aus den Krankenhäusern
  • Durchführung von Vergleichsauswertungen
  • Analyse der Ergebnisse statistischer Auswertungen und deren Bewertung
  • Herausarbeitung qualitätsrelevanter Probleme und Fragestellungen
  • Definition von landesspezifischen Qualitätszielen
  • Strukturierter Dialog - Beobachtung und Analyse der Entwicklung der Auswertungsergebnisse (z.B. im Hinblick auf vereinbarte Ziele)
  • Kontaktaufnahme mit auffälligen Krankenhäusern und Einleitung von vereinbarten Maßnahmen
  • Rückkopplung der Bundesauswertung und der Ergebnisse der Qualitätsarbeit mit allen Beteiligten, insbesondere den Krankenhäusern
  • Betreuung von Fachausschüssen für die jeweiligen Projekte

Im Lenkungsausschuss der GQH, in dem auch die vdek-Landesvertretung vertreten ist, wird in turnusmäßigen Sitzungen direkt über die Qualitätsergebnisse berichtet und über neue Projekte zur Qualitätsmessung beraten. Die vdek–Landesvertretung verhandelt ferner jährlich den Haushalt der GQH, der dann jeweils über einen Zuschlag auf die Krankenhausentgelte finanziert wird.

MRE-Projekt

Nosokomiale Infektionen (NI) stellen in Deutschland trotz seines hochentwickelten Gesundheitssystems ein relevantes Risiko für Patienten und eine Herausforderung an die klinische Hygiene sowie den Infektionsschutz dar. Unter den bei einem Krankenhausaufenthalt erworbenen Infektionen stehen die Multiresistenten Erreger (MRE) besonders im Fokus.

In Hessen wird bei über 20.000 Krankenhauspatienten eine entsprechende Diagnose kodiert. Nach übereinstimmender Expertenmeinung sind in Deutschland etwa 20% bis 30% aller NI vermeidbar. Die Behandlung von betroffenen Patienten ist aufwändig und kostenintensiv.

Gemeinsam mit der Krankenhausseite und der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen (GQH) hat die GKV unter Einbindung des HMSI ein Konzept zur Durchführung eines Qualitätssicherungsprojektes zur „Analyse der MRE-Prävalenz sowie Maßnahmen zur Reduktion nosokomialer Infektionen durch MRE in hessischen Krankenhäusern“ entwickelt, deren flächendeckende Umsetzung des Projektes seit 01.07.2017 erfolgt. 

Ziel des Projektes ist es, zunächst in einem ersten Schritt durch Datenerhebung von Qualitätsindikatoren mögliche Ursachen der Verbreitung von MRE zu identifizieren und Transparenz über die Ursachen zu schaffen, die vom Krankenhaus beeinflusst werden können oder ggf. von anderer Seite beseitigt werden müssen.

Entsprechend der etablierten externen stationären Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 137 SGB V ist eine regelmäßige Berichterstattung an die teilnehmenden Einrichtungen vorgesehen. Bei auffälligen Ergebnissen soll ein sogenannter „Strukturierter Dialog“ durch eine das Projekt begleitende Fachkommission durchgeführt werden, um möglichen Qualitätsdefizite in den Krankenhäusern einvernehmlich entgegenzuwirken. Die Reduktion der im Krankenhaus erworbenen MRE-bedingten NI sollte dabei für die Kliniken der Anreiz für einen offenen Dialog darstellen.

Die Ersatzkassen haben sich stets aktiv und konstruktiv an der Entwicklung des Projektes beteiligt und sich bei der Ausgestaltung im Bes. dafür eingesetzt, dass bei Auffälligkeiten entsprechende Maßnahmen zeitnah und wirksam eingeleitet werden können.

 

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an uns wenden. Ansprechpartner für Fragen zur Qualitätssicherung ist:

Christian Nyhuis

Walter-Kolb-Str. 9-11
60594 Frankfurt

Tel.: 069/96 21 68 41
Fax: 069/96 21 68 90

christian.nyhuis@vdek.com