Krankenhausfinanzierung

Krankenhäuser werden in Deutschland aus zwei Quellen finanziert:

  • die Betriebskosten (Personal- und Sachkosten) tragen die Krankenkassen,
  • die Investitionskosten (z. B. Neu- und Erweiterungsbauten, Modernisierung von Geräten) werden durch Fördermittel der Bundesländer finanziert.

Das Gesundheitsreformgesetz 2000 stellte für den Bereich körperlicher (somatischer) Erkrankungen von tagesbezogenen Pflegesätzen auf ein leistungsbezogenes und –orientiertes Krankenhausentgeltsystem um. Die Bereiche Psychiatrie und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Psychosomatik können bis einschließlich 2017 noch über tagesgleiche Pflegesätze finanziert werden. Ab 2018 wird auch dieser Bereich über ein pauschaliertes System abgebildet.

Diagnosebezogene Fallgruppen und Landesbasisfallwert

Das Entgelt für die Abrechnung der Leistungen somatischer Krankenhäuser ergibt sich aus der Multiplikation von sog. Bewertungsrelationen mit dem Landesbasisfallwert:

Die Bewertungsrelationen sind Fallgewichtungen, die in Fallgruppen, den Diagnosis Related Groups (DRG) enthalten sind und jährlich im Fallpauschalenkatalog durch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) aufgrund der Kostendaten der Krankenhäuser neu justiert werden. Allgemeine Krankenhausleistungen werden seit 2005 verpflichtend über diagnosebezogene Fallgruppen vergütet.

Der Landesbasisfallwert (LBFW) wird gemäß § 10 Krankenhausentgeltgesetz jährlich  zwischen Hessischer Krankenhausgesellschaft (HKG) und den Krankenkassen und deren Verbänden in Hessen ausgehandelt. Er entspricht dem Geldwert, den die Krankenhäuser für einen durchschnittlichen Leistungsfall erhalten. Die Verhandlung des LBFW mit der HKG ist eine wesentliche Aufgabe der vdek-Landesvertretung Hessen.

Die Multiplikation der Bewertungsrelationen mit dem hessischen Landesbasisfallwert ergibt das Entgelt für die Abrechnung der Leistungen eines Krankenhauses.

Jahr Hessischer LBFW o. A.
Summe der Bewertungsrelationen rechn. Landesbudget
2005 2.748,00 1.151.620 3.165 Mio.
2006 2.793,30 1.151.620 3.217 Mio.
2007 2.808,14 1.148.741 3.226 Mio.
2008 2.826,12 1.148.741 3.246 Mio.
2009 2.928,16 1.202.500 3.521 Mio.
2010 2.968,56 1.270.000 3.770 Mio.
2011 2.977,15 1.295.000 3.855 Mio.
2012 3.020,33 1.387.500 4.191 Mio.
2013 3.066,60 1.417.200 4.355 Mio.
2014 3.145,05
1.428.744
4.493 Mio.
2015 3.158,26 1.472.784 4.699 Mio.
2016 3.242,97 1.480.760 4.854 Mio
2017 3.352,50 1.500.000 5.029 Mio

Tabelle der LBFW von 2005 bis 2017

Investitionskosten

Die ständigen Veränderungen im Gesundheitswesen (neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft, Anpassung der Untersuchungs-, Behandlungs- und Infrastruktureinrichtungen) verursachen einen steigenden Investitionsbedarf. Die Deckung des Investitionsbedarfs ist eine originäre Aufgabe des Landes. Diese findet jedoch nach übereinstimmender Auffassung der Kassen- und der Krankenhausseite seit Jahren unzureichend statt, auch wenn sich das Land Hessen hierbei sehr bemüht und im bundesweiten Vergleich stets im oberen Drittel der Finanzierungsanteile zu finden ist. Seit dem Jahr 2016 erfolgt die Investitionskostenförderung des Landes über pauschalierte Zuschläge auf die mit DRGs abgerechneten Leistungen.

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