Pflegebedürftigkeit wird für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern immer kostspieliger. Aktuelle Auswertungen des Verbands der Ersatzkassen (vdek) in Mecklenburg-Vorpommern zeigen: Die monatlichen Eigenanteile in stationären Pflegeeinrichtungen sind im Jahresvergleich auch im Nordosten weiter gestiegen.
„Wer heute in ein Pflegeheim einzieht, muss im Durchschnitt im ersten Jahr 2.903 Euro aus eigener Tasche zahlen. Im Vergleich zu Januar 2025 entspricht das einem Anstieg von knapp 10 Prozent“, sagt Claudia Straub, vdek-Landeschefin in Mecklenburg-Vorpommern. Die Kosten seien – neben inflationsbedingten Effekten – insbesondere durch das deutliche Gehalts-Plus für das Pflegepersonal in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.
Obwohl Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Vergleich noch am unteren Rand liegt, bedeutet der Umzug ins Heim für viele Betroffene eine erhebliche finanzielle Belastung. Die Pflegekassen zahlen nach Aufenthaltsdauer gestaffelte Zuschüsse, die den Eigenanteil der Betroffenen auf bis zu 1.734 Euro monatlich reduzieren (ab dem 4. Jahr im Pflegeheim).
„Durch die gute Bezahlung ist der Pflegeberuf attraktiver geworden. In Zeiten von Fachkräftemangel ist dies von großer Bedeutung.“ Dennoch stellten die so stetig steigenden Eigenanteile weiterhin ein soziales Problem dar, das eine gesamtgesellschaftliche Antwort erfordert.
So könnten die Pflegeheimbewohner in Mecklenburg-Vorpommern entlastet werden, wenn das Land die Investitions- und Ausbildungskosten anteilig oder besser noch vollständig übernehmen würde. „Trotz der angespannten Finanzlage sollte das Land hier eine Beteiligung prüfen“, so Claudia Straub.
Das allein aber würde das Problem letztlich nicht lösen. Vielmehr brauche es zeitnah eine echte Pflegereform. „Jetzt sind Bund und Länder gemeinsam gefordert, neue und tragfähige Konzepte zu entwickeln – im Interesse der Versicherten und mit dem klaren Ziel, die finanzielle Belastung der Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen spürbar zu senken und die Soziale Pflegeversicherung finanziell wie strukturell wieder zukunftsfähig zu machen.“
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Stephan Haring
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
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