Teils kontroverse Diskussionen auf Ersatzkassenforum MV -

Reformstart im Gesundheitssystem: Jetzt kommt es auf die Umsetzung an

Nach Jahren vielfach ausbleibender Strukturreformen sollen nun die Weichen für eine moderne und zukunftsfähige Versorgung im das deutschen Gesundheitswesen gestellt werden. Über die Notwendigkeit von Reformen besteht inzwischen weitgehend Einigkeit, über die Ausgestaltung wird heftig debattiert. Entscheidend ist auch, ob es gelingt, sie in den Ländern konsequent umzusetzen. Darüber diskutierten rund 100 Führungskräfte sowie weitere Expertinnen und Experten des Gesundheitswesens beim diesjährigen „Ersatzkassenforum MV“ in Schwerin.

„Ein Abbremsen oder gar die Rückkehr zu dem Versuch, den Reformbedarf allein durch immer höhere Beitragssätze zu kaschieren, darf es dieses Mal nicht geben. Was wir jetzt brauchen, sind breit angelegte Reformen, die die Finanzen nachhaltig stabilisieren und Strukturen des Gesundheitswesens wieder qualitätsorientiert und zukunftsfähig aufstellen“, betonte Claudia Straub, Leiterin der vdek-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.

Mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz, der geplanten Strukturreform der gesetzlichen Krankenversicherung, der Weiterentwicklung der Notfallversorgung sowie neuen Ansätzen in der Primärversorgung stehen derzeit so viele gesundheitspolitische Vorhaben gleichzeitig auf der Agenda wie seit Jahren nicht mehr. Diese Themen bildeten den Schwerpunkt des diesjährigen Ersatzkassenforums.

Einen Einblick in die Arbeit der FinanzKommission Gesundheit gab Prof. Dr. Verena Vogt von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie machte deutlich, dass angesichts stark steigender Ausgaben und einer für 2027 erwarteten Finanzierungslücke von rund 15 Milliarden Euro dringender Reformbedarf besteht.

Auch Staatssekretärin Sylvia Grimm ordnete die aktuellen Reformvorhaben aus Sicht des Landes Mecklenburg-Vorpommern ein. Sie betonte, dass das deutsche Gesundheitssystem international weiterhin zu den leistungsfähigsten gehöre, zugleich aber mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert sei. Aus Sicht Mecklenburg-Vorpommerns müsse deshalb insbesondere darauf geachtet werden, die besonderen Anforderungen eines Flächenlandes zu berücksichtigen und die Versorgung der Menschen auch außerhalb der Ballungsräume langfristig zu sichern.

Straub verwies darauf, dass viele der aktuell diskutierten Ansätze Forderungen aufgreifen, die die Ersatzkassen bereits seit Jahren vertreten und mit eigenen Konzepten begleitet haben. Entscheidend sei nun, die begonnenen Prozesse konsequent weiterzuentwickeln und dabei die Interessen der Versicherten in den Mittelpunkt zu stellen.

„Der Reformstart im Gesundheitssystem muss genutzt werden, um die Versorgung der Versicherten langfristig verlässlich, finanzierbar und patientenorientiert aufzustellen. Reformen werden aber nur gelingen, wenn das gemeinsame Ziel einer zukunftsfähigen und qualitativ hochwertigen Versorgung stärker gewichtet wird als die Bewahrung bestehender Strukturen. Die Interessen der Versicherten müssen bei allen Entscheidungen an erster Stelle stehen“, betonte Straub.

Die abschließende Podiumsdiskussion mit Katy Hoffmeister (CDU), Christine Klingohr (SPD) und Torsten Koplin (DIE LINKE) machte deutlich, dass über den Reformbedarf weitgehend Einigkeit besteht, bei einzelnen Lösungswegen jedoch unterschiedliche politische und fachliche Prioritäten sichtbar werden.

Das Ersatzkassenforum MV machte deutlich, dass die aktuellen Reformvorhaben die Chance bieten, das Gesundheitswesen nachhaltig weiterzuentwickeln und die Versorgung der Versicherten langfristig qualitativ hochwertig, bezahlbar und zukunftsfest aufzustellen.

Pressemitteilung zum Download (.pdf-Format) Reformstart im Gesundheitssystem: Jetzt kommt es auf die Umsetzung an

Langfassung der PM mit zusätzlichen Informationen

Kontakt

Stephan Haring
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Tel.: 0385 / 52 16 - 105
E-Mail: stephan.haring@vdek.com