Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat in einer Pressekonferenz mit beteiligten Akteuren die Eckpunkte für eine zukunftsfeste ambulante medizinische Versorgung vorgestellt. Der vdek NRW begrüßt ausdrücklich, dass das zuständige Ministerium sein 15-Punkte-Papier in die bundespolitische Debatte einbringt. Die ambulante Versorgung steht unter erheblichem Druck – und die Analyse des Landes trifft den Kern: unkoordinierte Versorgungspfade, steigende Wartezeiten, Fachkräftemangel und ein System, das seine Ressourcen nicht effizient genug nutzt.
„Als GKV haben wir eigene Vorstellungen, wie ein modernes Primärversorgungssystem aussehen muss – und viele davon finden sich erfreulicherweise im NRW-Papier wieder“, machte Dirk Ruiss deutlich.
Drei Punkte sind aus Sicht des vdek entscheidend:
1. Strukturierter und diskriminierungsfreier Zugang
Standardisierte digitale Ersteinschätzung, hybride Erreichbarkeit (digital, telefonisch, vor Ort) und ein breites digitales Navigationstool – von eÜberweisungen über die ePA bis zur bundesweiten Terminvermittlung. Echte Orientierung für alle Versicherten.
2. Teamorientierte Praxisstrukturen
Neue Rollen, Delegation, multiprofessionelle Teams – das entlastet Praxen und steigert die Effizienz. Der vdek erprobt diesen Ansatz bereits erfolgreich mit dem Modellprojekt „Regionale Gesundheitspartner".
3. Vergütung und Prozesse modernisieren
Strukturelle Reformen wirken nur mit einer angepassten Vergütungssystematik – zukunftsorientiert mit Teamarbeit, Delegation und digitale Koordination.
Fazit: Die Richtung stimmt. Jetzt kommt es darauf an, Bund, Länder und Selbstverwaltung gemeinsam auf eine Reform auszurichten, die medizinisch sinnvoll, für Versicherte verständlich und für alle Beteiligten umsetzbar ist.