Selbsthilfepreis 2018

Verleihung des Rheinland-Pfälzischen Selbsthilfepreises der Ersatzkassen 2018

Selbsthilfegruppen aus Mainz und Simmern ausgezeichnet

Mit dem Rheinland-Pfälzischen Selbsthilfepreis zeichnen die Ersatzkassen in Rheinland-Pfalz alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit der LAG KISS Rheinland-Pfalz Menschen und Gruppen besonders aus, die sich in  beispielhafter Weise für die gesundheitsbezogene Selbsthilfe im Land Rheinland-Pfalz einsetzen.

Die Gewinner des Preises stehen bereits fest: Eine Jury aus Persönlichkeiten des rheinland-pfälzischen Gesundheitswesens hat die Preisträger ermittelt und wird diese am 11. Mai 2019 in Worms feierlich auszeichnen.

P1000910

Veranstaltungs-Flyer

                                                                            © vdek RLP/Fotograf Stefan F. Sämmer

Die Spannung hat endlich ein Ende: Am 11. Mai 2019 wurde im Rahmen einer festlichen Verleihung der Rheinland-Pfälzische Selbsthilfepreis der Ersatzkassen 2018 vergeben. Bereits im letzten Herbst bewarben sich 38 Selbsthilfegruppen auf den mit 5.000 Euro dotierten Preis, der alle zwei Jahre ausgerufen wird. Die Ersatzkassen in Rheinland-Pfalz ehren damit in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeunterstützung in Rheinland-Pfalz (LAG KISS), das herausragende Engagement von gesundheitsbezogenen Selbsthilfegruppen im Land. Das diesjährige Preisgeld wurde auf drei Gruppen aus Mainz und Simmern aufgeteilt.

38 Bewerber – drei Gewinner

Die neunköpfige Jury mit ranghohen Persönlichkeiten des rheinland-pfälzischen Gesundheitswesens hatte es nicht leicht: Mit deutlich mehr Bewerbungen als in den letzten Jahren, war es eine schwere Entscheidung, drei Selbsthilfegruppen aus insgesamt 38 auszuwählen. Mit dem ersten Preis wurde schließlich Flow, die Mainzer Sprechgruppe für junge Stotternde, ausgezeichnet. Sie vernetzt sich bundesweit und plant zukünftig auch eine Sprechgruppe für Kinder. Den zweiten Preis teilen sich die Selbsthilfegruppen AGUS für Angehörige nach einem Suizid aus Simmern und die Gruppe für seltene Erkrankungen, AHC+18.

Sprechgruppe Flow will Kindern helfen

Die Mainzer Sprechgruppe Flow beeindruckte die Fachjury mit ihrer bundeweiten Vernetzung mit anderen Sprechgruppen und den vielen gemeinsamen Veranstaltungen, die sie initiiert. Vor allem aber würdigte Laudator Jörn Simon, Leiter der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse in Rheinland-Pfalz, die Leiterin der Mainzer Gruppe, Lena Wolff, für ihre Zukunftspläne: Die 25-Jährige möchte eine Selbsthilfe-Spielgruppe für Kinder ins Leben rufen mit dem Ziel, künftig dort anzusetzen, wo die Probleme des Stotterns beginnen, nämlich im Grundschulalter. Mit einer solchen Kindergruppe kann Selbsthilfearbeit präventiv Folgeerkrankungen des Stotterns, wie psychischen Problemen entgegenwirken, sind Lena Wolff und die Jurymitglieder überzeugt.

AGUS verarbeitet Trauer in der Kunst

Einen der beiden zweiten Plätze erhielt die Selbsthilfegruppe für Angehörige nach einem Suizid AGUS aus Simmern im Hunsrück. Selbst mit der Trauer um einen Verstorbenen beschäftigt, stellen diese Gruppenmitglieder unter der Leitung von Pia Erbach zahlreiche Veranstaltungen auf die Beine. Laudatorin Sabine Maur, Präsidentin der PsychotherapeutenKammer Rheinland-Pfalz, zeigte sich beeindruckt von dem großen Engagement. So initiierte die Gruppe Vorträge, einen Film, Ausstellungen, Konzerte und Gottesdienste rund um das  Thema Tod und Suizid immer mit dem Ziel, die Öffentlichkeit für die Themen zu sensibilisieren und mit dem Tabu „Selbstmord“ zu brechen. Damit überzeugte die Selbsthilfegruppe auch die Fachjury.

AHC18+ holt „Infotag der seltenen Erkrankungen“ nach Mainz

AHC18+, die Selbsthilfegruppe unter der Leitung von Marek Parowicz vereint Kinder und Angehörige der seltenen Erkrankung „alternating hemiplegia in childhood“. Überaus beeindruckend fand die Jury des Rheinland-Pfälzischen Selbsthilfepreises der Ersatzkassen 2018 das Engagement und die Überzeugungskraft von Parowicz. Als Vater einer erkrankten Tochter rief er 2013 den „Tag der Seltenen Erkrankungen“ in Mainz ins Leben. Dafür mobilisiert er seither jedes Jahr mehr Teilnehmer, Organisationen, Politiker und Ärzte, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen. Laudatorin Regine Schuster, die stellvertretende Geschäftsführerin DER PARITÄTISCHE Rheinland-Pfalz/Saarland und Vorstandsvorsitzende der Pflegegesellschaft Rheinland-Pfalz dankte Parowicz für seine beispielhafte Selbsthilfearbeit.

 

Bildergalerie zur Verleihung des Selbsthilfepreises 2018

 © vdek RLP/Fotograf  Stefan F. Sämmer