Ambulante Versorgung

Ersatzkassen schließen Verträge und gestalten die Versorgung vor Ort

Ärztin steht vor ihren Patienten im Wartezimmer

Ein Großteil der Versorgung findet in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte statt. Doch wie in anderen Bereichen auch, ist in der ambulanten Versorgung der demographische Wandel spürbar. Nicht nur, weil die behandelten Ärztinnen und Ärzte immer älter werden, sondern auch, weil der Versorgungsbedarf durch die älter werdende Gesellschaft kontinuierlich zunimmt.

Wir brauchen dringend mehr Steuerung in der ambulanten Versorgung

Die ambulante Versorgungslandschaft ist komplex und für viele Menschen undurchschaubar. Daraus resultiert eine Fehl- oder Überinanspruchnahme von Ärzt:innen, an die sich Versicherte hilfesuchend wenden. Auch das Vergütungssystem und der direkte Zugang zu fast allen Facharztrichtungen setzen Anreize für eine häufige Inanspruchnahme. Infolgedessen ist die Zahl der Arztkontakte in Deutschland die zweithöchste in Europa. Zugleich bestehen erhebliche Wartezeiten auf Termine bei Fachärzt:innen. 2024 musste ein Drittel der gesetzlich versicherten Patient:innen mehr als drei Wochen auf eine fachärztliche Behandlung warten, fast jede:r Vierte sogar mehr als einen Monat. Das Ergebnis sind überlastete Strukturen, eine ungesteuerte Nutzung knapper Behandlungskapazitäten und steigende Kosten. 2025 zahlte die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 53,9 Milliarden Euro für die ambulante ärztliche Versorgung ihrer Versicherten, das sind 54 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Aber welche Lösungen gibt es? In dem Kurzpapier „Mit Primärversorgung bedarfsgerecht steuern“ hat der vdek wesentliche Forderungen zur Verbesserung der ambulanten Versorgung vorgelegt:

Cover Kurzpapier Primärarztsystem

Kurzpapier Mit Primärversorgung bedarfsgerecht steuern

Die ambulante Versorgungslandschaft ist komplex und für viele Menschen undurchschaubar. Daraus resultiert eine Fehl- oder Überinanspruchnahme von Ärzt:innen, an die sich Versicherte hilfesuchend wenden. Auch das Vergütungssystem und der direkte Zugang zu fast allen Facharztrichtungen setzen Anreize für eine häufige Inanspruchnahme.

Notfall- und Rettungsdienstreform dringend notwendig

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In Deutschland werden der Rettungsdienst und die Notaufnahmen zu oft für Fälle in Anspruch genommen, die aus medizinischer Sicht keine Notfälle sind. Auch suchen Versicherte mit Bagatellerkrankungen selbstständig Notaufnahmen auf. Diese unsachgemäße Inanspruchnahme verstopft die Einrichtungen, geht zulasten der Versorgung echter Notfälle und führt zu langen Wartezeiten.

Im kurzpapier des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) werden konkrete Vorschläge gemacht, wie man die Versorgung in einem Notfall besser strukturiert, z. B. mithilfe einer strukturierten, digitalen Ersteinschätzung nach bundeseinheitlichen Kriterien werden Zugangswege besser organisiert und Patient:innen gezielt in die für sie passende Versorgungsebene geleitet. Dafür braucht es eine verpflichtende organisatorische Zusammenlegung von 116 117 und 112.

Cover kurzpapier Notfall- und Rettungsdienstreform angehen

Kurzpapier Notfall- und Rettungsdienstreform angehen

Vorschläge der Ersatzkassen zur Reformierung der Notfallversorgung und des Rettungsdienstes.

Screenshot der Webseite vdek-Arztlotse

vdek-Arztlotse unterstützt bei der Suche nach niedergelassenen Ärzten, Zahnärzten und psychologischen Psychtherapeuten

Der vdek-Arztlotse ist ein Angebot des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) in Kooperation mit der Stiftung Gesundheit. Über das Online-Portal www.vdek-arztlotse.de können Nutzer gezielt nach niedergelassenen Ärzten, Zahnärzten, psychologischen Psychotherapeuten sowie Notfallambulanzen in Deutschland suchen.

Zusätzlich erhalten sie beim vdek-Arztlotsen umfangreiche Informationen zur jeweiligen Praxis, wie Erreichbarkeit und Sprechzeiten oder den Grad der Barrierefreiheit, aber auch zu Therapieschwerpunkten des Arztes.

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