Ersatzkassenverband: Wer Landarzt-Kontingente beim Medizinstudium will, muss dicke Bretter bohren

Der Ersatzkassenverband (vdek) begrüßt Vorstellungen von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, die ärztliche Versorgung auf dem Lande zu verbessern. Um über das Bisherige hinauszugehen, müsse allerdings die Studienplatzvergabe in der Humanmedizin grundsätzlich überarbeitet werden. Auf dem Neujahrsforum des Verbandes sagte dazu die Leiterin der vdek-Landesvertretung Sachsen, Silke Heinke, heute in Dresden:

„Die Überlegungen des neuen Bundesgesundheitsministers gehen in die richtige Richtung. Wollen wir bereits im Medizinstudium Weichen stellen, um junge Leute auf das Land zu lenken, brauchen wir eine Zweckbindung von Studienplätzen und eine frühzeitige Bindung der Studierenden. Dass damit Zugangserleichterungen verbunden sein können, halte ich für gerechtfertigt.“

Heinke betonte, das sächsische Förderprogramm zur Studienbeihilfe begünstige junge Menschen, die bereits studieren. „Wir sollten ebenso das Tor zum Studium weiter öffnen. Ein Studienplatzkontingent für künftige Landärzte ist sinnvoll. Der Ansatz ist wünschenswert, kann aber nicht ohne Weiteres von heute auf morgen umgesetzt werden, weil er die Entwicklung geeigneter Auswahlverfahren an den Universitäten erfordert, aber auch Staatsverträge und die begrenzten Kapazitäten der Unikliniken dem entgegen stehen.“

Der Einkauf von 20 Studienplätzen im ungarischen Pécs aus Mitteln der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen sei diesem Umstand geschuldet. „Ich hätte mir lieber eine Lösung an sächsischen Universitäten gewünscht, als mit dem Geld ins Ausland zu gehen,“ so Heinke. „Wenn Gesundheitsminister Gröhe den Zugang zum Studium verändern möchte, muss er dicke Bretter bohren. Er braucht die Zustimmung aller Länder für die Änderung der Auswahlquoten und das Wohlwollen der Hochschulen, ihre eigenen Auswahlverfahren entsprechend auszurichten.“

Kontakt

Dirk Bunzel
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen

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