Mit 1,6 Millionen Euro Studium von künftigen sächsischen Landärzten in Ungarn gefördert

Die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) engagieren sich gemeinsam für Landärzte in Sachsen. Mit rund 2,6 Millionen Euro unterstützten sie 2013 die Niederlassung von Medizinern in Regionen mit Versorgungsproblemen, teilte der Verband der Ersatzkassen (vdek) mit. Ein Großteil des Geldes wurde für die Ausbildung von Landärzten und für Studienbeihilfen verwendet. Weitere Mittel flossen als Soforthilfen in Form von Investitionskostenzuschüssen bei Übernahme und Neugründung von Arztpraxen sowie für Mindestumsätze.

Etwa zwei Drittel (1,6 Millionen Euro) der Fördersumme entfielen auf die Übernahme der Studiengebühren von 20 Medizinstudenten im Fach Humanmedizin an der Universität Pécs. Seit September letzten Jahres studieren sie in der südungarischen Stadt. Die jungen Leute sollen nach Studienabschluss als Hausärzte im ländlichen Raum Sachsens praktizieren. Obwohl vom Landessozialministerium angedacht, wurde ein Sonderkontingent für angehende Landärzte an sächsischen Hochschulen bisher nicht verwirklicht.

„Die Entscheidung der KV Sachsen für Ungarn war konsequent,“ sagt die Leiterin der vdek-Landesvertretung Sachsen, Silke Heinke. „Die Zeit läuft uns davon. Die Zahl der Ärzte, die das Rentenalter erreichen, steigt beständig. Was im ersten Anlauf nicht gelang, kann die künftige Landesregierung besser machen und zusätzliche Studienplätze für angehende Landärzte an sächsischen Universitäten einrichten.“

Die meisten Sofortmaßnahmen betrafen die hausärztliche Versorgung. Insgesamt zwölf Hausärzte wurden in Döbeln, im Mittleren Erzgebirgskreis, in Torgau / Oschatz, in Mildenau sowie in Gröditz / Zabeltitz / Glaubitz gefördert. Daneben erhielten fünf Augenärzte (Döbeln und Niesky), ein HNO-Arzt (Annaberg) und ein Kinderarzt (Zwickau) finanzielle Hilfen.

„Der gemeinsame Strukturfonds wurde in Sachsen gut genutzt,“ schätzt die vdek-Landeschefin ein. „Im zweiten Jahr seines Bestehens konnte er fast 100-prozentig ausgeschöpft werden.“ Seit 2012 können Kassenärztliche Vereinigungen einen Fonds zur Verbesserung der Versorgungssituation einrichten. Die Kassenärztlichen Vereinigungen können bis zu 0,1 Prozent des ärztlichen Honorars geben, die Krankenkassen beteiligen sich mit einem Betrag in gleicher Höhe.

Kontakt

Dirk Bunzel
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen

Tel.: 03 51 / 8 76 55 37
E-Mail: dirk.bunzel@vdek.com