vdek: Sächsische Krankenhausplanung überarbeiten!

Kleinere Krankenhäuser durch Bevölkerungsrückgang gefährdet

Die Ersatzkassen dringen auf eine Weiterentwicklung der sächsischen Krankenhausplanung. „Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Qualität und ambulante Versorgung werden zu wenig berücksichtigt“, sagte Silke Heinke, Leiterin der vdek-Landesvertretung auf einer Fachtagung des Verbandes heute in Dresden. „Wir wollen auch in Zukunft eine wohnortnahe Krankenhausversorgung. Wenn wir nichts unternehmen, riskieren wir, dass mancherorts allein Marktgesetze bestimmen, wo Krankenhäuser stehen und welche Leistungen sie anbieten.“

Rund 20 Prozent der sächsischen Krankenhäuser haben weniger als 200 Betten. Häuser dieser Größe wirtschaftlich zu führen, gilt als schwierig. In fünf bis zehn Jahren könnte nach Auffassung des vdek ein Teil dieser Einrichtungen durch den prognostizierten Bevölkerungsrückgang in eine Schieflage geraten. „Bleiben die Patienten weg, fehlen die Erlöse, um neu zu investieren. Ärzte überlegen sich dann, ob sie an den betroffenen Kliniken noch arbeiten wollen,“ so Heinke.

Sachsen hat in der jüngeren Vergangenheit seine Krankenhauslandschaft tiefgreifend neu organisiert. Bis vor etwa zehn Jahren wurde die Heranführung an westeuropäische Versorgungsstandards genutzt, um Häuser zu schließen und Aufgaben neu zu verteilen. Die Zahl der Krankenhäuser sank von 112 (1991) auf 79 (2015). In den letzten Jahren wurden Standorte nicht mehr aufgegeben, sondern umgewidmet oder mit anderen Einrichtungen zusammengeschlossen.

Die vdek-Landeschefin sprach sich für das Vorhaben des Freistaates aus, ein Planungsgutachten in Auftrag zu geben. Das Gutachten soll eine aktuelle Bedarfsprognose für die nächsten Krankenhausplanungsperioden liefern. „Um die anstehenden Herausforderungen gezielt anzugehen, brauchen wir mehr Wissen. Wie entwickelt sich an welchem Ort welche Altersgruppe? Welche Fachgebiete und stationäre Kapazitäten werden je Krankenhausstandort gebraucht? Welche alternativen Versorgungsformen sind möglich?

Krankenkassen, Krankenhäuser und Sozialministerium planen in Sachsen gemeinsam die Krankenhausversorgung. In der Regel wird alle zwei Jahre ein neuer Krankenhausplan erarbeitet.

Kontakt

Dirk Bunzel
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen

Tel.: 03 51 / 8 76 55 37
E-Mail: dirk.bunzel@vdek.com