vdek: Änderungen im Medizinstudium kommen spät

Eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern hat den „Masterplan Medizinstudium 2020“ beschlossen. Das Programm beinhaltet unter anderem eine praxisnähere Ausbildung, die Stärkung der Allgemeinmedizin wie auch die Möglichkeit, eine Landarztquote bei der Vergabe von Studienplätzen einzuführen.

Dazu erklärt Silke Heinke, Leiterin der sächsischen Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek):

„Die Überarbeitung des Medizinstudiums kommt spät. Jahrelang wurde nur diskutiert und wertvolle Zeit vertan. Würden die verabschiedeten Maßnahmen sofort in Kraft treten, vergehen noch 15 Jahre, ehe sie sich auf die Versorgung auswirken. So lange dauert in etwa die Ausbildung eines Arztes.“

Bereits jetzt fehlen in Sachsen Hausärzte. Besonders ländliche Regionen sind betroffen. Rund ein Viertel der praktizierenden Hausärzte sind 60 Jahre und älter und werden in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Sachsen war vor zehn Jahren eines der ersten Länder, in dem Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung (KVS) Fördermaßnahmen entwickelten, um hausärztlichen Nachwuchs für den ländlichen Raum zu gewinnen. Dazu gehören beispielsweise die Förderung von Investitionskosten und die Gewährung von Mindestumsätzen.

„Um die Versorgung zu sichern, brauchen wir eine Fülle von Maßnahmen. An der wichtigen „Stellschraube Studium“, wo es um die Vermittlung bestimmter Kompetenzen und das Wecken des Interesses für künftige Tätigkeitsfelder geht, geschah vonseiten der Hochschulen wenig. Es waren die Krankenkassen und die KVS, die eine Förderung für angehende Landärzte initiierten. Und es sind wiederum Kassen und Ärzte, die ein Studium für Landärzte in Ungarn bezahlen.“

Kontakt

Dirk Bunzel
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen

Tel.: 03 51 / 8 76 55 37
E-Mail: dirk.bunzel@vdek.com