vdek: "Mehr Mut bei der Krankenhausversorgung in Sachsen!"

Die Pläne der Staatsregierung für die Krankenhausversorgung in Sachsen lassen nach Ansicht des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) noch zu wenig Ambitionen erkennen, die Krankenhausversorgung wegweisend für die nächsten Jahre zu gestalten. „Der Entwurf des Doppelhaushalts des Freistaats für 2019/20 und der jüngst beschlossene Krankenhausplan sprechen eher die Sprache des Zögerns,“ sagte die Leiterin der vdek-Landesvertretung Sachsen, Silke Heinke.

Heinke betonte, die Krankenhausversorgung stehe vor zahlreichen Herausforderungen, wie Alterung und Abwanderung der Bevölkerung, begrenzten personellen Ressourcen bei Medizinern und Pflegepersonal oder neuen Behandlungsmöglichkeiten infolge des medizinischem Fortschritts. In dieser Analyse bestehe Einigkeit mit der Staatsregierung. Doch gebe es unterschiedliche Auffassungen, wie diese Herausforderungen angenommen werden.

Nach dem Sächsischen Krankenhausgesetz ist das Land Sachsen verantwortlich, einen Krankenhausplan aufzustellen und Investitionen in den Krankenhäusern zu fördern. Der Krankenhausplan weist unter anderem Bettenzahl und Fachrichtungen für einzelne Standorte aus. Bei Investitionen finanziert der Freistaat unter anderem große und kleine Baumaßnahmen sowie die Anschaffung von Technik.

Der Entwurf des Landeshaushalts sieht pro Jahr Krankenhausinvestitionsmittel in Höhe von 125 Millionen Euro vor. „Die Mittel um jährlich etwa 13 Millionen Euro aufzustocken ist ein gutes Zeichen, der Bedarf ist aber weitaus größer“, so Heinke. „Sachsen hat jahrelang bei den Kliniken sein finanzielles Engagement weit zurückgefahren. Hier aufzuholen verlangt andere Beträge.“ Die sächsischen Krankenhäuser rechnen mit einem Bedarf von 240 – 300 Millionen Euro pro Jahr.

Heinke unterstrich, auch der neue Krankenhausplan enthalte wichtige Schritte in die richtige Richtung. So würde beispielsweise die Bettenzahl in der Psychiatrie erhöht, würden weitere Akutgeriatrien eingerichtet und erstmals spezielle Behandlungszentren ausgewiesen. Allerdings sei unverständlich, wieso die Staatsregierung sich bei einem zentralen Punkt entgegen der Empfehlung der Krankenhausplanungsausschusses verhält. Statt im somatischen Bereich – das sind alle nichtpsychischen Erkrankungen - entsprechend des prognostizierten gesunkenen Bedarfs die Bettenzahl anzupassen, würde diese aufgestockt. Auch nehme sich die aktuelle Planung Themen, wie etwa der Zukunft der kleinen Landkrankenhäuser und der Zusammenarbeit von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten, nicht an.

Die vdek-Landeschefin sagte: „Die Herausforderungen der künftigen Krankenhausversorgung sind seit Langem bekannt. Die vor 15 bis 20 Jahren sanierten und neu errichteten Krankenhäuser müssen modernisiert werden, genauso wie es eines neuen Masterplans für die sächsische Krankenhauslandschaft bedarf. Entscheidungen über Jahre aufzuschieben, erhöht nur den Handlungsdruck, anstatt mit Beteiligten gemeinsame Wege zu finden.“

Der Sächsische Landtag will bis Jahresende den Landeshaushalt 2019/20 beschließen. Der aktuelle Krankenhausplan wurde Anfang September veröffentlicht.

Kontakt

Dirk Bunzel
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen

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