Vor der Landtagswahl am 6. September 2026 stellen die Landesverbände der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen ihre gesundheitspolitischen Positionen vor. Die Kassenverbände sehen sich in der Verantwortung, die gesundheitliche und pflegerische Versorgung im Sinne der Versicherten aktiv mitzugestalten. Ziel ist eine nachhaltige, bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Versorgung, die auf die Bedürfnisse der Menschen in Sachsen-Anhalt zugeschnitten ist.
Zentral sind sechs Handlungsfelder: Rettungsdienst, Krankenhaus, ambulante Versorgung, Digitalisierung, Prävention und Pflege. In allen Bereichen gilt es bestehende Strukturen gezielt weiterzuentwickeln, die Versorgung verlässlich zu sichern und die vorhandenen Möglichkeiten besser zu nutzen.
Der Rettungsdienst ist die erste Versorgungsstufe bei Notfällen. Gerade deshalb braucht es klare Strukturen und innovative Konzepte. Die flächendeckende Notarztversorgung durch eine zentralere Steuerung muss gesichert werden. Zugleich gilt es, die Digitalisierung im Rettungsdienst konsequent auszubauen und flächendeckend zu nutzen, damit schnelle und verlässliche Hilfe insbesondere in ländlichen Regionen gewährleistet werden kann.
Bei den Krankenhäusern steht die qualitätsorientierte Weiterentwicklung im Fokus. Die GKV sieht die qualitätsorientierte Krankenhausplanung als Schlüsselaufgabe. Krankenhausstrukturen müssen so gestärkt werden, dass sie den tatsächlichen Versorgungsbedarfen entsprechen. Der Transformationsfonds sollte strategisch genutzt werden, um notwendige Veränderungen zu unterstützen und Qualitätsstandards dauerhaft zu sichern.
Die ambulante Versorgung bleibt ein zentraler Baustein, um wohnortnahe Angebote zu erhalten, Versorgungslücken zu vermeiden und Krankenhausstrukturen zu entlasten. Entscheidend sind sektorenübergreifende Angebote, die sich am Bedarf der Versicherten orientieren und die Versorgung im Land verlässlich absichern.
Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für eine vernetzte, effiziente und patientenorientierte Versorgung. Dafür braucht es datenbasierte Prozesse als Grundlage moderner Versorgung und flächendeckend eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Digitale Lösungen müssen dazu beitragen, Versorgung besser zu organisieren und Abläufe sinnvoll zu unterstützen.
Auch die Prävention muss gestärkt werden. Krankheiten zu vermeiden,
Gesundheitskompetenz zu fördern und langfristig Versorgungssysteme zu wesentliche Bestandteile einer zukunftsorientierten Gesundheitspolitik.
In der Pflege führen der demografische Wandel und steigende Anforderungen an die Pflegekräfte zu erheblichem Handlungsbedarf. Die Landesverbände sprechen sich dafür aus, die vernetzte Pflegeberatung weiter zu stärken, Eigenanteile zu senken und die soziale Pflegeversicherung nachhaltig zu sichern.
Die gesetzlichen Krankenkassen und Pflegekassen appellieren an die künftige Landespolitik, diese Handlungsfelder konsequent aufzugreifen. Nur durch gezielte Verbesserungen in Rettungsdienst, Krankenhaus, ambulanter Versorgung, Digitalisierung, Prävention und Pflege kann eine moderne, verlässliche und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung für die Menschen in Sachsen-Anhalt gewährleistet werden.
Kontakt
Sophie Frick
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen-Anhalt
Tel.: 03 91 / 5 65 16 - 20
E-Mail: sophie.frick@vdek.com