
Gesundheitspolitisches Positionspapier – Handlungsfelder für die Politik
Gemeinsame Stellungnahme der Kassenverbände zur Gesundheitspolitik in Sachsen-Anhalt
Anlässlich der Landtagswahl 2026 bringen die Kassenverbände in Sachsen-Anhalt ihre Positionen für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung ein. Als zentrale Akteure im Gesundheitswesen möchten sie Impulse für notwendige Reformen in den Bereichen Rettungsdienst, ambulante Versorgung, Digitalisierung, Krankenhausversorgung, Pflege und Prävention geben. Ziel ist es, die Versorgung der Menschen in Sachsen-Anhalt auch unter den Herausforderungen des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels dauerhaft zu sichern.
Sachsen-Anhalt braucht leistungsfähige, einheitliche Strukturen im Rettungsdienst. Die Kassenverbände unterstützen die Empfehlungen des Landesgutachtens, darunter die flächendeckende Einführung von Standardarbeitsanweisungen, eine verbindliche Leitstellenreform mit weniger Regionalleitstellen sowie eine landesweit gesteuerte Notarztplanung. Zudem soll die Digitalisierung weiter vorangetrieben und die Nutzung des Systems IVENA für die digitale Patientensteuerung konsequent ausgebaut werden.
Eine starke Primärversorgung ist die Grundlage einer zukunftsfähigen ambulanten Versorgung. Die Kassenverbände in Sachsen-Anhalt setzen sich für teambasierte Versorgungsstrukturen ein, in denen Hausärztinnen und Hausärzte, Pflegefachpersonen und weitere Gesundheitsberufe gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die geplante gesetzliche Verankerung der Primärversorgung sollte durch das Land aktiv begleitet werden.
Die Digitalisierung ist ein zentraler Baustein für eine moderne Gesundheitsversorgung. Digitale Anwendungen müssen Leistungserbringer spürbar entlasten und für Versicherte einfach und zuverlässig nutzbar sein. Die Kassenverbände fordern den Ausbau digitaler Infrastruktur, eine flächendeckende elektronische Bedarfseinschätzung sowie die stärkere Nutzung datenbasierter und interoperabler Lösungen entlang der gesamten Versorgungskette.
Die Krankenhausplanung in Sachsen-Anhalt muss konsequent an Qualitätsstandards ausgerichtet werden. Die Kassenverbände fordern, Qualität als verbindliches Kriterium bei der Zuweisung von Leistungsgruppen festzuschreiben und Ausnahmeregelungen nur restriktiv anzuwenden. Der Transformationsfonds sollte genutzt werden, um Strukturen zu modernisieren, sektorenübergreifende Versorgung zu stärken und die digitale Vernetzung auszubauen.
Angesichts steigender Pflegebedarfe setzen sich die Kassenverbände für eine Stärkung der Vernetzten Pflegeberatung sowie für die Weiterentwicklung pflegerischer Kompetenzen ein. Gleichzeitig müssen Pflegebedürftige finanziell entlastet und die soziale Pflegeversicherung nachhaltig stabilisiert werden. Dazu gehören eine stärkere Beteiligung des Landes an Investitions- und Ausbildungskosten sowie Reformen auf Bundesebene.
Prävention und Gesundheitskompetenz sind wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung. Die Kassenverbände fordern, Prävention stärker in allen Politikbereichen zu verankern und die Gesundheitsziele des Landes konsequent weiterzuentwickeln. Besondere Bedeutung haben Maßnahmen in Kitas und Schulen, die Gesundheitswissen, Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit frühzeitig fördern.

Gemeinsame Stellungnahme der Kassenverbände zur Gesundheitspolitik in Sachsen-Anhalt
Zur Landtagswahl 2026 machen die Kassenverbände deutlich, wo Sachsen-Anhalt in der Gesundheits- und Pflegeversorgung handeln muss. Die Pressemitteilung zeigt kompakt, welche Reformen bei Rettungsdienst, Kliniken, ambulanter Versorgung, Digitalisierung, Prävention und Pflege nötig sind, damit Versorgung im Land verlässlich bleibt. » Lesen