Pflegebedürftige in stationären Pflegeeinrichtungen müssen erneut tiefer in die eigene Tasche greifen. Nach einer aktuellen Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) liegt die monatliche Eigenbeteiligung im ersten Aufenthaltsjahr in Sachsen-Anhalt bei durchschnittlich 2.720 Euro (bundesweit: 3.245 Euro). Das sind 277 Euro mehr als ein Jahr zuvor – ein Anstieg um zehn Prozent. Haupttreiber sind weiter steigende Pflegepersonalkosten sowie höhere Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen.
Dr. Klaus Holst, Leiter der vdek-Landesvertretung Sachsen-Anhalt,
kommentiert: „Eine gute Bezahlung des Pflegepersonals ist richtig und notwendig. Doch es ist zu bedenken, dass die dadurch entstehenden Mehrkosten überwiegend den Pflegebedürftigen aufgebürdet werden. Hier könnten die Länder ansetzen, indem sie Investitions- und Ausbildungskosten für Bewohnerinnen und Bewohner übernehmen. Würden die Länder ihrer Verantwortung nachkommen, ließe sich die monatliche finanzielle Belastung von Pflegeheimbewohnenden um rund 640 Euro senken.“.
Wie setzt sich die Eigenbeteiligung zusammen?
Die Eigenbeteiligung setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen: Den größten Anteil bildet der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) für pflegerische Leistungen einschließlich der Ausbildungskosten. Hinzukommen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten für die Instandhaltung der Pflegeeinrichtungen.
Nachhaltige Reformen erforderlich
Neben den ohnehin pauschalierten Leistungen der Pflegekassen für pflegebedingte Aufwendungen, die gestaffelt nach den Pflegegraden 2 bis 5 gewährt werden, beteiligt sich die Pflegekasse seit 2022 zusätzlich mit nach Aufenthaltsdauer gestaffelten Zuschüssen am einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE). Doch selbst diese Entlastung konnte den kontinuierlichen Anstieg der Eigenbeteiligung bislang nicht aufhalten. Der vdek fordert daher nachhaltige Reformen der Pflegefinanzierung, um Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen spürbar zu entlasten.
Grafische Übersicht zur Entwicklung der Eigenbeteiligung
Folgende Grafiken veranschaulichen, wie sich die Kosten für Pflegeheimbewohner im Detail zusammensetzen und wie sie sich im Vergleich zum Vorjahr entwickelt haben.
Umfassende Antworten auf Fragen rund um die Finanzierung der Heimplätze beantworten unsere FAQ.
Informationen zu den Heimplatz-Kosten jeder einzelnen Einrichtung zeigt der vdek-Pflegelotse, unser Online-Portal für die Suche nach dem passenden Pflegeangebot.
Die vdek-Forderungen für eine Reform der Pflegeversicherung zeigt die Broschüre „Gute Pflege – stabile Finanzen: Pflegeversicherung zukunftsfest ausgestalten“.
Kontakt
Elisabeth Scholz
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen-Anhalt
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