Eigenanteil in schleswig-holsteinischen Pflegeheimen weiter gestiegen

Pflegebedürftige zahlen durchschnittlich 1.913 Euro pro Monat

Die finanzielle Belastung der Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen in Schleswig-Holstein ist im ersten Halbjahr 2021weiter angestiegen. Im landesweiten Durchschnitt stieg der monatliche Betrag von Januar bis Juli um 21 Euro auf nunmehr 1.913 Euro. Seit Anfang 2018 ist der Eigenanteil um fast 27 Prozent gestiegen. Mit einem monatlichen Eigenanteil von 1.913 Euro liegt Schleswig-Holstein immer noch um 212 Euro unter dem bundesweiten Durchschnittswert von 2.125 Euro.

Finanzielle Belastung von Pflegeheim-Bewohnern in SH bis 07-21

Der Eigenanteil der Heimbewohner setzt sich zusammen aus den Kosten für die reinen Pflegeleistungen (EEE), den Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung sowie dem Anteil der Bewohner an den Investitionskosten.

Spahns Reform der Pflegeversicherung greift zu kurz

Die seit Jahren steigenden Eigenanteile bringen immer mehr Bewohner bzw. deren Angehörige an die Grenzen der finanziellen Belastbarkeit. Das hat die Politik offenbar erkannt. Die im Juni im Rahmen des Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetzes (GVWG) verabschiedete Reform der sozialen Pflegeversicherung (SPV) sieht zwar ab 2022 u. a. eine Entlastung der Pflegebedürftigen durch einen Zuschlag beim Eigenanteil für die reinen Pflegeleistungen vor, aber insgesamt greift diese Reform zu kurz und kann nur ein erster Schritt sein. Hier ist die nächste Bundesregierung gefordert.

„Die Finanzierung der Pflege muss langfristig gesichert und die Pflegebedürftigen spürbar entlastet werden“, sagt Claudia Straub, die Leiterin der vdek-Landesvertretung Schleswig-Holstein. „Dazu gehört ein dauerhaft höherer Steuerzuschuss für die Pflegeversicherung und die verbindliche Übernahme der Investitionskosten der Pflegeeinrichtungen durch die Bundesländer.“ Außerdem müsse sich die private Pflegeversicherung (PPV) endlich am gemeinsamen Finanzausgleich mit der SPV beteiligen. „Das wäre ein Beitrag zur gesellschaftlichen Solidarität und könnte die SPV bundesweit um bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr entlasten“, erklärt Claudia Straub.

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