Krankenhausversorgung

Die Krankenhäuser

Insgesamt verfügt Schleswig-Holstein über 114 Klinikstandorte. Die Zahl der Krankenhausbetten ist seit 1995 von über 16.500 bis 2018 auf 15.020 Betten zurückgegangen. Das tagesklinische Angebot wurde seit damals von 565 Plätzen auf 1686 Plätze in 2018 ausgebaut. Zurückzuführen ist der Bettenabbau auf den Rückgang von kleineren Krankenhäusern mit bis zu 100 Betten. Dafür hat die Anzahl der Fachabteilungen in den Krankenhäusern zugenommen. Dem Abbau der Betten im somatischen Bereich steht im Wesentlichen der Ausbau von psychiatrischen/ psychosomatischen Betten, Abteilungen und Krankenhäusern gegenüber.

Krankenhäuser2017

Quelle: vdek; Kartengrundlage GfK GeoMarketing

Die Finanzierung

Ca. 97 Prozent der Mittel für die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein werden als Fallpreise und Pflegesätze von den Krankenkassen finanziert. Traditionell erhielten die Krankenhäuser tagesgleiche Pflegesätze für die Aufenthaltsdauer des Patienten. Je länger also ein Patient im Krankenhaus blieb, desto mehr Geld bekam das Krankenhaus. Seit dem Jahr 2005 erfolgt die Abrechnung für den somatischen Bereich über Fallpauschalen (sog. Diagnosis Related Groups, kurz DRG), deren Höhe sich nach Diagnose und Schweregrad richtet. Ein kleines Krankenhaus bekommt damit zum Beispiel für eine Blinddarmoperation die gleiche Vergütung wie ein großes Krankenhaus. Nachteilig an diesem lernenden System ist der Anreiz für das Krankenhaus möglichst viele Operationen zu erbringen. Damit - und nicht nur durch die demographische Entwicklung - lässt sich die überproportionale Fallzahlsteigerung der vergangenen Jahre erklären.

Landesbasisfallwert

Der Landesbasisfallwert bildet die Grundlage der Abrechnung der Krankenhäuser. Er wird gebildet aus dem rechnerischen Durchschnittspreis aller Krankenhausfälle des somatischen Bereichs in Schleswig-Holstein. Multipliziert mit der Bewertungsrelation des jeweils gültigen DRG-Kataloges ergibt sich die Vergütung der einzelnen Leistung. Die Bewertungsrelationen werden nach dem jeweiligen Aufwand kalkuliert vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus – InEK.

In einer fünfjährigen Konvergenzphase zwischen 2010 und 2014 sind alle Landesbasisfallwerte schrittweise an den Korridor zum Bundesbasisfallwert angeglichen worden. Der untere Korridorwert wurde überdies zum 1. Januar 2016 von -1,25 % auf -1,02 % angehoben. Davon haben die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren stark profitiert.

LBW 2018

Quelle: vdek

Erlösvolumen

Bundesweit haben die Gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2016 bereits 73 Milliarden Euro für die Krankenhausversorgung ihrer Versicherten ausgegeben – ungefähr ein Drittel der Gesamtausgaben für die medizinische Versorgung.

Das Gesamtbudget der Gesetzlichen Krankenversicherung für Krankenhäuser in Schleswig-Holstein ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – 2017 betrug es erstmals über zwei Milliarden Euro über die DRGs. Zwar hat sich die Verweildauer in den Krankenhäusern erheblich vermindert und auch die Zahl der Krankenhausbetten hat sich in den vergangenen Jahren in Schleswig-Holstein auf insgesamt 15.020 reduziert. Jedoch ist die Zahl der Krankenhausfälle drastisch gestiegen.

Quelle: Eigene Berechnung/Darstellung

Quelle: vdek

Die Zukunft

Die Krankenhauslandschaft hat durch die Finanzierung auf Basis von Fallpauschalen (DRG) einen Umbruch erfahren. Die Aufenthaltsdauer in den Krankenhäusern ist auch in Schleswig-Holstein aufgrund des neuen Anreizsystems deutlich zurückgegangen. Die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungserbringung gewinnt durch die festen Pauschalen erheblich an Bedeutung. Hinzu kommt eine intensive Überprüfung und Abstimmung der Leistungsstrukturen auch durch den Wettbewerb mit benachbarten Krankenhäusern.

Leistungsstarke Krankenhäuser werden von dem neuen Wettbewerb profitieren, leistungsschwache Krankenhäuser müssen sich umorientieren - z. B. fusionieren, defizitäre Bereiche schließen, oder in letzter Konsequenz den Betrieb einstellen.